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Behörden: Fünf Tote bei massiven russischen Angriffen in der Ukraine
Russland hat die Ukraine erneut mit schweren Luftangriffen überzogen und dabei am Dienstag vor allem Kiew ins Visier genommen. In der Hauptstadt und ihrer Umgebung wurden nach ukrainischen Behördenangaben vier Menschen getötet. Insgesamt seien im gesamten Land fünf Menschen ums Leben gekommen und mehr als 90 weitere verletzt worden. Die russische Armee habe knapp hundert Raketen abgefeuert. Moskau erklärte seinerseits, alle anvisierten Ziele seien "zerstört" worden.
In Kiew wurde den Behördenangaben zufolge unter anderem ein Wohngebäude in einem Stadtviertel nahe des Zentrums getroffen, ein Feuer brach aus. Dabei seien zwei Menschen getötet und dutzende weitere verletzt worden. Zwei weitere Menschen starben bei Angriffen in der Umgebung von Kiew, zudem wurde in der ostukrainischen Stadt Charkiw eine 91-jährige Frau getötet, wie die dortigen Behörden meldeten.
Es seien mindestens 92 Menschen verletzt worden, erklärte Präsident Wolodymyr Selenskyj. Er sprach von erneutem "russischen Terror" und dankte zugleich den westlichen Alliierten für die Lieferung von Luftabwehrsystemen. "Diese helfen, hunderte Leben jeden Tag und jede Nacht zu retten."
Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba rief die Verbündeten Kiews seinerseits zu schnelleren Waffenlieferungen auf. Der Westen müsse auf die neuen russischen Angriffe "auf entschiedene Art reagieren", erklärte Kuleba. Vor allem müssten "zusätzliche Luftverteidigungssysteme und Kampfdrohnen aller Art" geliefert werden. Zudem benötige die ukrainische Armee mehr "Raketen mit einer Reichweite von mehr als 300 Kilometer".
Insgesamt feuerte Russland bei der Angriffswelle am Dienstagmorgen nach ukrainischen Angaben "99 Raketen verschiedenen Typs" ab. Davon seien 72 von der Luftabwehr abgeschossen worden, erklärte die Armee. Eingeleitet wurde die massive russische Angriffswelle demnach mit rund 35 Drohnen, die alle abgeschossen wurden. Durch die Angriffe wurde laut dem staatlichen Energieversorger Ukrenergo auch das Stromnetz schwer beschädigt. Mehr als 250.000 Menschen in der Hauptstadtregion waren den Angaben zufolge dadurch ohne Strom.
Die russische Armee erklärte ihrerseits, alle bei den Luftangriffen anvisierten Ziele seien "zerstört" worden. Bei den Zielen habe es sich unter anderem um Fabriken "zur Produktion von Raketen und Drohnen sowie zur Reparatur von Waffen und Militärausrüstung" gehandelt. Außerdem seien Raketen- und Munitionslager der ukrainischen Armee angegriffen worden. "Alle diese Ziele wurden zerstört", erklärte das Verteidigungsministerium in Moskau.
Erst am Montag hatte Russlands Präsident Wladimir Putin angekündigt, die Angriffe auf militärische Ziele in der Ukraine als Reaktion auf Kiews Angriff auf die russische Stadt Belgorod verstärken zu wollen. Bei dem Angriff auf Belgorod waren nach Behördenangaben am Samstag 25 Menschen getötet worden.
Am Dienstag wurde die Region Belgograd nach russischen Angriffen erneut angegriffen. Es seien vier ukrainische Raketen zerstört worden, erklärte das Verteidigungsministerium in Moskau. Dieses gab auch bekannt, dass die russischen Truppen "versehentlich" ein eigenes Dorf rund 150 Kilometer vor der Grenze zur Ukraine beschossen hätten. Dabei habe es aber lediglich Gebäudeschäden gegeben.
Y.Zaher--SF-PST