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Einigung auf günstigeres Deutschlandticket für Studierende - Start im Sommer 2024
Studierende sollen ab dem Sommersemester 2024 ein vergünstigtes Deutschlandticket bekommen. Es soll 60 Prozent des Regelpreises des regulären Tickets kosten - was derzeit monatlich 29,40 Euro entspricht. Das beschloss der von der Verkehrsministerkonferenz eingerichtete Koordinierungsrat Deutschlandticket am Montag nach langem Hin und Her zwischen Bund und Ländern.
"Ich freue mich, dass wir endlich einen Durchbruch beim Semesterticket erreichen konnten", erklärte der nordrhein-westfälische Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne), der derzeit der Verkehrsministerkonferenz der Länder vorsitzt. Der Bund habe "endlich" seine Zustimmung gegeben. "Etwa drei Millionen Studierende können nun ein Semesterticket auf Basis des Deutschlandtickets bekommen."
Wie die meisten bisherigen Semestertickets basiert das Deutschlandticket für Studierende der Einigung zufolge auf dem Solidarprinzip: Wenn der jeweils zuständige Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) mit dem örtlichen Verkehrsunternehmen einen entsprechenden Vertrag schließt, bekommen alle Studierenden das Ticket und müssen dafür zahlen.
"Damit das Deutschlandticket dauerhaft ein Erfolg wird, sollten jetzt so viele Studierendenausschüsse wie möglich diese Chance ergreifen", erklärte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, Helmut Dedy. Den Verkehrsunternehmen würde dies viele Kunden und trotz des reduzierten Ticketpreises spürbare Einnahmen bringen.
"Für die Studierendenschaften bedeutet diese Entscheidung vor allem den Erhalt der studentischen Mobilität und einen ersten Erfolg nach langer Ungewissheit", erklärte der Freie Zusammenschluss von Student*innenschaften (fzs). Denn viele ASten hätten in den vergangenen Monaten ihre bisherigen Semesterticket-Verträge gekündigt.
Der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Studierendenwerks, Matthias Anbuhl, begrüßte das Ende der "monatelangen Hängepartie". "So werden hoffentlich nun nicht noch weitere Verträge ihrer bisher solidarisch finanzierten Semestertickets aufgekündigt."
Anbuhl betonte jedoch, dass die 29,40 Euro "absolut die preisliche Oberkante" seien. "Das studentische Budget ist ohnehin auf Kante genäht." Angesichts der unklaren Finanzierung des Deutschlandtickets "gibt es keine Sicherheit für die neu errungene bundesweite Mobilität der Studierenden", warnte Rudy Bernard Cruz, Sprecher der Landes-ASten-Konferenz Rheinland-Pfalz.
Bund und Länder haben sich zwar grundsätzlich darauf geeinigt, das Deutschlandticket fortzuführen. Die Finanzierung ist aber weiterhin nicht geklärt. Die Bundesregierung will sich an zusätzlichen Mehrkosten im kommenden Jahr nicht beteiligen. Als Notlösung sollen nun zunächst im Jahr 2023 nicht verbrauchte Mittel auf das nächste Jahr übertragen werden, um eventuelle Lücken zu stopfen.
Die Landesverkehrsminister sollen bis Ende April eine Lösung erarbeiten. Eine Erhöhung des Ticketpreises von bisher 49 Euro ist nicht ausgeschlossen und würde sich auch auf den Preis für das Studierendenticket auswirken. Vor dem Hintergrund des Solidaritätsmodells ist unklar, wie sich dies unter anderem auf die Verträge der Studierendenausschüsse mit den Verkehrsunternehmen auswirken würde.
N.AbuHussein--SF-PST