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Nachfrage nach Wärmepumpen geht deutlich zurück
Die Nachfrage nach Wärmepumpen ist in den ersten sieben Monaten dieses Jahres deutlich zurückgegangen. Beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) wurden 55.858 Anträge für die Förderung einer Wärmepumpe gestellt, wie aus Zahlen hervorgeht, die die Behörde am Dienstag bereitstellte. Im selben Zeitraum des vergangenen Jahres waren es demnach noch 141.873 Anträge - ein Einbruch um gut 60 Prozent.
"Die Bafa-Zahlen sind ein Zeugnis der enormen Verunsicherung, die das geplante Heizungsgesetz ausgelöst hat", sagte Frank Ebisch, Sprecher des Zentralverbands Sanitär Heizung Klima (ZVHSK) den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Unsere Betriebe wissen nicht, wie sie rechtssicher beraten können, wie es mit der Förderkulisse weitergeht. Da kann es nicht überraschen, dass Verbraucher und Firmen in der derzeitigen Lage lieber abwarten."
Der Einbau von Wärmepumpen wird über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) gefördert. Zu Mitte August des vergangenen Jahres hatte das Wirtschaftsministerium die Förderungsbedingungen verändert und unter anderem die Fördersätze verringert, was im Zusammenspiel mit dem Krieg in der Ukraine und rasant steigenden Gaspreisen zu einer deutlichen Zunahme der Förderanträge führte. "Aufgrund dieser vielfältigen Faktoren sind Vergleiche zwischen verschiedenen Quartalen und Jahren nur unter Berücksichtigung dieser Großereignisse möglich", erklärte das Bafa auf Anfrage.
Allein im vergangenen August waren nach Angaben der Behörde mehr als 148.000 Anträge eingegangen, einen Monat später sackte die Zahl auf knapp 14.000 Anträge ab, seit Anfang 2023 liegen die Anträge bei 7000 bis 10.000 pro Monat.
Ein Effekt des angepassten Fördersystems ist auch bei anderen Wärmeerzeugern zu beobachten, wenn auch auf niedrigerem Niveau: So gingen in den ersten sieben Monaten des vergangenen Jahres beispielsweise 37.472 Anträge für Solarthermie-Anlagen beim Bafa ein. In diesem Jahr waren es noch 11.723 Anträge.
Auch bei Sanierungen halten sich die Menschen in Deutschland einem Bericht zufolge derzeit offenbar zurück. Nach vorläufigen Absatzmarktzahlen, die von der B+L Marktdaten erhoben werden und den Funke-Zeitungen vorlagen, wurden im ersten Halbjahr 2023 insgesamt 14,88 Millionen Quadratmeter Gebäudefläche mit Wärmedämmverbundsystemen gedämmt. Dies sei ein Minus von 14,82 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen GdW sieht angesichts der jüngsten Entwicklungen die Klimaziele im Gebäudebereich massiv gefährdet. "Die Unternehmen müssen Modernisierungsmaßnahmen verschieben und die noch machbaren Maßnahmen in ihrer Tiefe oft deutlich reduzieren", sagte GdW-Präsident Axel Gedaschko den Funke-Zeitungen. "Die Klimaziele beim Wohnen rücken so in immer weitere Ferne."
Viele Unternehmen könnten sich nur noch auf die Instandhaltung statt auf Modernisierungen konzentrieren, hieß es weiter. Der Verband rechnet damit, dass die Investitionen in Modernisierungen in diesem Jahr um 8,6 Prozent einbrechen. Neben den gestiegenen Baupreisen und Zinsen sowie den Kürzungen bei Förderprogrammen führe der "chaotische Ablauf" beim Heizungsgesetz für weitere Verunsicherung, sagte Gedaschko.
V.Said--SF-PST