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Lagarde kündigt weitere Leitzinserhöhungen im Juli an
Die Chefin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, hat weitere Zinserhöhungen bei der kommenden Ratssitzung im Juli angekündigt. Im Kampf gegen die Inflation sei es noch zu früh, "den Sieg zu verkünden", sagte Lagarde am Dienstag beim traditionellen Treffen der EZB-Ratsmitglieder im portugiesischen Sintra zur Begründung. "Unsere Arbeit ist noch nicht zu Ende."
Die EZB hatte die Leitzinsen bei ihrer Sitzung Mitte Juni ein weiteres Mal um jeweils 0,25 Prozentpunkte angehoben. Der zentrale Leitzins, also der Satz, zu dem Geschäftsbanken sich Geld bei der EZB leihen können, stieg auf 4,0 Prozent, der Leitzins für Banken, die ihr Geld bei der EZB einlagern, auf 3,5 Prozent. Lagarde sagte bereits im Anschluss an diese Sitzung, dass eine weitere Zinsanhebung "sehr wahrscheinlich" sei.
In Sintra warnte Lagarde angesichts der anhaltend hohen Inflation im Euroraum vor einem "zu schnellen" Wechsel der Geldpolitik. Sie räumte aber eine "Ungewissheit" ein, was "Dauer" und "Niveau" der geldpolitischen Maßnahmen betrifft.
Der Anstieg der Verbraucherpreise in der Eurozone hatte im Oktober 2022 mit 10,6 Prozent einen Rekord erreicht. Mittlerweile liegt die Inflationsrate in den 20 Ländern mit dem Euro bei 6,1 Prozent; das war der Wert im Mai. Ziel der EZB ist eine Teuerungsrate von zwei Prozent.
Lagarde sagte, die Inflation "arbeitet sich in Phasen durch die Wirtschaft". Im vergangenen Jahr waren vor allem die hohen Energiepreise verantwortlich für die hohe Inflation. Mittlerweile sorgt sich die EZB mehr über die Folgen hoher Lohnabschlüsse. Die Beschäftigten versuchten aktuell, ihre Reallohnverluste auszugleichen, sagte die EZB-Chefin.
T.Samara--SF-PST