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Deutscher Automarkt legte 2022 leicht zu - Vorkrisenniveau aber unerreicht
Der deutsche Automarkt hat im vergangenen Jahr leicht zugelegt - das Vorkrisenniveau bleibt aber unerreicht. Die Zahl der Neuzulassungen stieg 2022 um 1,1 Prozent im Jahresvergleich auf insgesamt rund 2,65 Millionen Wagen, wie das Kraftfahrt-Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Gleichwohl sei 2022 ein "historisch schlechtes Autojahr" gewesen und habe das zweitniedrigste Absatzniveau seit der Wiedervereinigung ausgewiesen, gab die Beratungsfirma EY zu bedenken.
Der Automobilverband VDA teilte mit, die Autoindustrie sei im vergangenen Jahr vom Mangel an Vor- und Zwischenprodukten, hohen Energie- und Rohstoffpreisen sowie der "allgemeinen Verunsicherung aufgrund des Krieges in der Ukraine" geprägt gewesen. Im Vergleich zum Vorkrisenjahr 2019 gab es demnach eine "erhebliche Absatzlücke" von rund 26 Prozent.
Zulegen konnten im vergangenen Jahr die deutschen Marken Audi (17,3 Prozent), Mercedes (8,3 Prozent), Ford (3,9 Prozent) und Porsche (1,3 Prozent), alle anderen deutschen Marken waren rückläufig. Volkswagen blieb trotz eines Rückgangs um 1,8 Prozent mit einem Anteil von über 18 Prozent Marktführer. Bei den Importmarken legten etwa Tesla, Dacia und Kia zu, angeführt wurde diese Liste von Skoda.
Die Verbrenner gingen weiter zurück: Der Anteil von Benzinern betrug zuletzt 32,6 Prozent - im Jahr zuvor waren es noch 37,1 Prozent. Auch die Dieselfahrzeuge gingen spürbar von 20 Prozent auf 17,8 Prozent zurück. Plugin-Hybride legten deutlich auf einen Anteil von 13,7 Prozent zu, Elektro-Pkw steigerten sich auf 17,7 Prozent. Die CO2-Emissionen der Pkw gingen im vergangenen Jahr folglich um 7,7 Prozent zurück.
Zur positiven Gesamtbilanz trug vor allem das starke Jahresende bei - es gab 38 Prozent mehr Neuzulassungen im Dezember als im Vorjahresmonat. Besonders stark stiegen die Neuzulassungen von Elektroautos, nämlich um 115 Prozent auf 104.325 – das ist ein neuer Rekordwert. Die Neuzulassungen von Plug-in-Hybriden legten um 113 Prozent auf 69.801 zu, auch das war ein Rekord. Damit war erstmals im Dezember mehr als jedes zweite in Deutschland neu zugelassene Auto entweder ein Elektroauto oder Plug-in-Hybrid.
Dieser Boom sei aber in erster Linie auf das Auslaufen beziehungsweise die Reduzierung der staatlichen Förderung zum 1. Januar zurückzuführen, erklärte EY. Die Lage werde "im neuen Jahr wohl ganz anders aussehen". Dann sei mit einem Rückgang der Plug-in-Verkäufe und einem Dämpfer bei Elektroautos zu rechnen. Auch der VDA erklärte die Zahlen mit möglicherweise "vorgezogenen Käufen".
Die Geschäftslage der deutschen Autohersteller verbesserte sich unterdessen leicht - sie bleibt aber angespannt. "Die deutsche Autoindustrie insgesamt scheint heute besser aufgestellt zu sein als im Spätsommer 2022", erklärte das Münchner Ifo-Institut angesichts einer Unternehmensbefragung zur Lage der Autoindustrie. Dennoch bleiben die Erwartungen der Betriebe demnach für die kommenden Monate zurückhaltend.
S.AbuJamous--SF-PST