-
Leipzig überrollt Hoffenheim im Kampf um die Königsklasse
-
CDU nimmt Einladung der Grünen an: Weg für Sondierungen in Baden-Württemberg frei
-
"Bild": Bis zu zwei Jahre Haft für gefälschte Pornos oder heimliche Sex-Aufnahmen
-
Hannover siegt im 184. Niedersachsen-Derby
-
Chamenei zeigt sich im Iran-Krieg siegesgewiss - Medien: USA schicken weitere Soldaten
-
Iran-Krieg: Geschoss schlägt in Jerusalemer Altstadt nahe heiliger Stätten ein
-
Trotz Kritik: Wirtschaftsministerin Reiche will Förderung von Solaranlagen stutzen
-
Völkermord an Jesiden: Dschihadist in Paris in Abwesenheit zu lebenslanger Haft verurteilt
-
Russische Schattenflotte: Französische Marine setzt Öltanker im Mittelmeer fest
-
Einschlag von Geschoss im jüdischen Viertel der Altstadt von Jerusalem
-
Nawrath am Podest vorbei - Perrot holt Gesamtweltcup
-
US-Actionstar Chuck Norris mit 86 Jahren gestorben
-
Neue schriftliche Botschaft Modschtaba Chameneis: Irans Feinde werden "besiegt"
-
Wirtschaftsministerium für erhebliche Einschnitte bei Förderung privater Solaranlagen
-
Nach zwei Saisonrennen: Teamchef Wheatley verlässt Audi
-
Kommunalwahl in Frankreich: Präsident Macron bestreitet Einmischung
-
Schlagabtausch zur Kulturfreiheit: Linke und Grüne gehen mit Weimer ins Gericht
-
Trump nennt Nato-Verbündete "Feiglinge"
-
Bundesregierung: Vorerst keine weiteren Maßnahmen wegen Sprit- und Energiepreisen
-
Vorläufiges Endergebnis: CDU gewinnt Kommunalwahl in Hessen vor SPD und AfD
-
Trump erhält Goldmünze mit seinem Konterfei
-
Drei Tote bei russischen Angriffen auf die Ukraine
-
Verbraucherzentrale: Gericht ordnet Änderungen bei Tiktok an
-
Fund von 35 menschlichen Zähnen auf Gehweg in Hessen gibt Polizei Rätsel auf
-
Dienstinterna an Drogenkriminelle: Achteinhalb Jahre Haft für Staatsanwalt in Hannover
-
"Ziele werden nicht erreicht": Prien baut Programm zu Demokratieförderung um
-
Steuern und Mieten: Spanien kündigt Milliardenentlastungen wegen Iran-Kriegs an
-
Haftstrafe für Berliner Kunsthändler wegen Versteigerung gefälschter Bilder
-
Fehlende Niederschläge: Wasserspeicherung in Deutschland nimmt ab
-
Reservegleise und mehr Puffer im Fahrplan: Vorschläge für pünktlichere Bahn
-
Kein Zutritt für Muslime zur Al-Aksa-Moschee zum Ende des Ramadan
-
Iran-Krieg: Brand in Ölraffinerie in Kuwait - Sprecher der Revolutionsgarden getötet
-
ARD stellt nach 30 Jahren "Immer wieder sonntags" ein - Aus für Stefan Mross
-
Bundestag debattiert über Pränataltests - Antrag fordert breitere Datengrundlage
-
Blockade von EU-Krediten: Grüne fordern Konsequenzen für Orban
-
Rund 100 Festnahmen in Abu Dhabi wegen Verbreitens von Falsch-Informationen zum Iran-Krieg
-
Ausgebüxter Pfau auf hessischer Autobahn hält Polizei auf Trab
-
Mord an Frau auf Waldweg: Lebenslange Haft für 47-Jährigen in Stuttgart
-
Urteil: Keine Aufenthaltserlaubnis bei Vorlage gefälschter Sprachzertifikate
-
KZ Buchenwald: Hape Kerkeling spricht bei Gedenkfeier zu Jahrestag von Befreiung
-
Gericht: Polizeianwärter darf Turban auch in Außendienst tragen
-
Russische Wirtschaft schwächelt - Zentralbank senkt Leitzinsen auf 15 Prozent
-
Machtwort der Linken-Bundesspitze zu Streit um Israel: "Wir ziehen klare Grenze"
-
Betrug in Darknet bringt Ermittler weltweit auf Spur von Pädophilen
-
Blockade von Ukraine-Kredit bringt EU-Gipfelteilnehmer gegen Orban auf
-
Iran-Krieg: Strompreise steigen - Langfristig hohe Energiekosten befürchtet
-
Schlag gegen Botnetze: Zwei der weltgrößten IT-Schadprogramme lahmgelegt
-
Enges Rennen von CDU und SPD um Sieg bei Landtagswahl in Rheinland-Pfalz erwartet
-
Regierung erleichtert Ausfuhr von Rüstungsgütern an Golfstaaten und Ukraine
-
Reisch verbessert deutschen Skiflug-Rekord
Taiwan auf Krieg vorbereitet
Seit Jahren erhebt die Volksrepublik China Anspruch auf die demokratische Insel Taiwan. Unter Präsident Xi Jinping hat Peking die militärischen und wirtschaftlichen Drohgebärden verschärft – Marine‑ und Luftmanöver rund um Taiwan, Cyberangriffe und Desinformationskampagnen sind an der Tagesordnung. Angesichts dieser Bedrohung reagiert Taiwan mit einer grundlegenden Umgestaltung seiner Verteidigungspolitik, die auf Abschreckung, Resilienz und die Einbindung der gesamten Gesellschaft setzt.
Han‑Kuang‑Übungen – realistische Kriegssimulationen
Taiwans jährliche "Han‑Kuang"‑Manöver sind das Herzstück dieser Strategie. Bei der 41. Auflage im Juli 2025 dauerte die Übung erstmals zehn Tage; mehr als 22 000 Reservisten wurden einberufen, doppelt so viele wie im Vorjahr. Das Militär übte nicht nur amphibische Landungen, Luft‑ und Seeangriffe sowie die Abwehr einer Seeblockade. Erstmals wurden die Szenarien ungesteuert, also ohne vorher festgelegten Ablauf, durchgespielt. Urban‑Warfare‑Übungen fanden mitten in taiwanischen Städten statt: Soldaten und Reservisten übten Häuserkampf, während Zivilisten das Verhalten bei Raketenangriffen, Erste Hilfe und die Ausgabe von Hilfsgütern trainierten.
Die Übungen beinhalteten auch sogenannte Grauzonen‑Szenarien. Simuliert wurden Cyberangriffe auf kritische Infrastruktur, Misinformationen in sozialen Medien und Zwischenfälle mit chinesischen Küstenwachschiffen. Ein Höhepunkt war der Einsatz neu beschaffter amerikanischer Waffensysteme: Patriot‑Flugabwehrraketen, mobile HIMARS‑Raketenwerfer, Javelin‑ und Stinger‑Lenkwaffen sowie Abrams‑Kampfpanzer. Die "Porcupine Strategy" – die Stachelschwein‑Strategie – zielt darauf ab, mit zahlreichen, schwer zu bekämpfenden Abwehrmitteln einen potenziellen Invasor abzuschrecken und hohe Verluste zuzufügen.
Zivile Verteidigung und gesellschaftliche Resilienz
Die taiwanische Führung setzt nicht nur auf militärische Stärke, sondern auch auf die Bereitschaft der Zivilbevölkerung. Präsident Lai Ching‑te gründete 2025 einen "Whole‑of‑Society Defense Resilience Committee" (Komitee für gesamtgesellschaftliche Verteidigungsresilienz), das mit umgerechnet rund 5 Milliarden US‑Dollar ausgestattet ist. In fünf Bereichen – Ausbildung der Zivilverteidigungskräfte, Bevorratung strategischer Güter, Schutz kritischer Infrastruktur, soziale Absicherung und medizinische Versorgung, sowie Cybersicherheit – sollen Zivilisten trainiert und logistische Kapazitäten aufgebaut werden. Die Wan‑An‑Luftschutzübungen und Min‑An‑Katastrophenübungen wurden zu "Urban Resilience Exercises" zusammengeführt, bei denen städtische Notfallpläne erprobt werden. Supermarktketten wie PX Mart proben, wie Kunden in unterirdische Schutzräume geleitet und dort versorgt werden.
Die Nachfrage nach Erste‑Hilfe‑ und Krisenmanagementkursen ist enorm. Nichtregierungsorganisationen wie Kuma Academy und Forward Alliance sind seit Monaten ausgebucht und unterrichten Freiwillige im Umgang mit Verletzten, im Brandschutz und in der Bekämpfung von Fehlinformationen. Um zusätzliche Kapazitäten zu schaffen, plant das Innenministerium die Ausbildung von mehr als 50 000 Zivilverteidigungshelfern und möchte die bis zu 70 Jahre alten Behördenmitarbeiter durch jüngere Freiwillige ergänzen.
Wehrpflicht und Modernisierung der Streitkräfte
Um genügend Personal für eine langwierige Verteidigung bereitzustellen, wurde die Wehrpflicht 2024 von vier Monaten auf ein Jahr verlängert. Die ersten Rekruten starteten ihren Dienst im Januar 2024 und werden seitdem intensiver ausgebildet. Neben Schießübungen nach US‑Vorbild steht der Umgang mit modernen Waffensystemen wie Stinger‑Flugabwehrraketen und Panzerabwehrlenkwaffen auf dem Programm. Die Maßnahme soll die Gefechtsbereitschaft erhöhen und die Reservekräfte stärken.
Parallel dazu steigert Taiwan die Verteidigungsausgaben. Für 2026 sind rund 949,5 Milliarden Neue Taiwan‑Dollar (etwa 31 Milliarden US‑Dollar) eingeplant, was 3,32 Prozent des Bruttoinlandsprodukts entspricht – ein Anstieg um mehr als 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Erstmals wird auch die Küstenwache im Verteidigungshaushalt berücksichtigt, weil sie bei der Abwehr von Blockaden und bei Zwischenfällen mit der chinesischen Marine eine wichtige Rolle spielt. Seit 2016 sind die Militärausgaben um knapp 77 Prozent gestiegen, was den Willen zur Selbstverteidigung unterstreicht.
Eigene U‑Boote, Flugzeuge und Waffenprogramme
Taiwan bemüht sich, seine Abhängigkeit von ausländischen Waffenlieferungen zu verringern und gleichzeitig moderne Technologie zu beschaffen. Im Herbst 2025 lief das erste indigen entwickelte Diesel‑Elektro‑U‑Boot "Hai Kun" zu Probefahrten aus. Es wiegt 2 500 Tonnen, kann bis zu 350 Meter tief tauchen und ist mit amerikanischen MK48‑Torpedos ausgerüstet; künftig sollen auch UGM‑84 Harpoon‑Flugkörper integriert werden. Bis 2029 sollen acht U‑Boote dieser Klasse entstehen, um chinesischen Seestreitkräften im Taiwan‑Meerengenbereich heimlich entgegentreten zu können und jede Blockade kostspielig zu machen.
Darüber hinaus arbeitet die Regierung eng mit den USA zusammen: Washington beschleunigt die Lieferung von 66 neuen F‑16V‑Kampfjets, die wegen Produktionsverzögerungen erst 2026 in die Testphase gehen sollen; HIMARS‑Raketenwerfer wurden bereits früher geliefert als geplant. Gleichzeitig investiert Taipei in die inländische Rüstungsindustrie: Es werden mobile Raketenbatterien, Anti‑Schiff‑Lenkwaffen und Minensysteme entwickelt, die im Falle eines amphibischen Angriffs einen tödlichen "Teppich" legen sollen.
Drohnen als Teil der Porcupine‑Strategie
Unbemannte Systeme gelten als Schlüsselkomponente der asymmetrischen Verteidigung. Bei einer Messe im Juli 2025 präsentierten taiwanische Firmen See‑ und Luftdrohnen wie "Carbon Voyager 1", "Black Tide I" und "Sea Shark 800". Diese kleinen unbemannten Boote können Sprengsätze transportieren und gegnerische Schiffe behindern, während Schwärme kleiner Multikopter und Starrflügler die Bewegungen feindlicher Truppen überwachen und Angriffsmöglichkeiten eröffnen.
Das Verteidigungsministerium in Taiwan kündigte an, 2026 und 2027 insgesamt fast 50 000 Drohnen zu bestellen. Dabei werden mehrere Kategorien von Multikoptern und Starrflüglern beschafft, die komplett in Taiwan produziert werden sollen; chinesische Komponenten sind ausgeschlossen. Die Zielzahl von knapp 50 000 unbemannten Systemen ist ambitioniert, wird aber von Experten als Mindestmaß angesehen, da moderne Kriege hohe Verlustraten bei Drohnen verursachen. Präsident Lai spricht von einem "asiatischen Drehkreuz" für Drohnentechnologie, in dem staatliche Stellen, Unternehmen und Forschungseinrichtungen eng zusammenarbeiten.
Fazit: Abschreckung durch Entschlossenheit
Die massive Aufrüstung, die Intensivierung der Reservistenübungen, das umfangreiche Zivilschutzprogramm und die Modernisierung der Rüstungsindustrie zeigen, dass Taiwan eine mögliche chinesische Invasion ernst nimmt. Die Insel versucht, ihre Verwundbarkeit durch eine vielschichtige Verteidigungsstrategie zu verringern: Moderne Waffensysteme sollen eine Invasion verlangsamen und hohe Kosten verursachen; eine motivierte, gut ausgebildete Bevölkerung soll im Ernstfall weiterkämpfen, auch wenn die regulären Streitkräfte ausgelastet sind. Gleichzeitig steht Taiwan im Zentrum des geopolitischen Wettbewerbs zwischen den USA und China – Washington unterstützt militärisch und technologisch, während Peking mit immer aggressiveren Manövern droht.
Ob die getroffenen Maßnahmen ausreichen, einen Angriff zu vereiteln, bleibt allerdings im Angesicht der militärischen Übermacht Chinas offen, und ob die USA den Staat Taiwan gegen die Atommacht China verteidigen, ist im Angesicht des mordend ruchlosen Staatsterrorismus Russlands gegen die Ukraine, ebenfalls mehr als fraglich!
Unabhängig davon sendet Taiwan mit seiner "Stachelschwein"‑Doktrin und der breiten Mobilisierung der Gesellschaft ein eindeutiges Signal: Die Insel ist bereit, sich zu verteidigen.
Kanadas Energiedruck auf USA
Tel Aviv trotzt dem Krieg
Tokios Wohnwunder erklärt
Pentagon stoppt Chinas Macht
Bosnien alarmiert Europa
Iran: Vom Boom zum Bankrott
Zerreißprobe Indien–USA?
Adobe 40% tiefer: Kodak 2.0?
China: Die große Konkurrenz?
Tesla im globalen Gegenwind
Ozempic: Absturz um 56 %