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IOC schreibt Neutralität fest
Das Internationale Olympische Komitee hat mit einer Änderung der Charta den eigenen Neutralitätsanspruch gestärkt. Die 146. Vollversammlung in Lausanne schärfte die Rolle des IOC, die Unabhängigkeit des olympischen Sports "zu allen Zeiten frei von staatlichem, kulturellem, gesellschaftlichem oder wirtschaftlichem Druck" zu gewährleisten. Beobachter sehen darin die nächste Stufe zur Rückkehr russischer Sportler und Sportlerinnen zu den Olympischen Spielen.
IOC-Präsidentin Kirsty Coventry (42) betont seit ihrer Amtsübernahme vor einem Jahr die "Autonomie des Sports". Den Weg für eine vollständige Wiedereingliederung Russlands hat Coventry bislang allerdings nicht freigemacht, noch gelten die Empfehlungen zum Ausschluss, die nach dem Einmarsch in die Ukraine 2022 in Kraft getreten waren.
Zuletzt deutete sich die russische Rückkehr jedoch häufiger an. Für Nachwuchsathleten gelten die Einschränkungen ebenso nicht mehr wie für Russlands Verbündeten Belarus. Sportler und Sportlerinnen aus dem autokratisch regierten Land, das beim Angriffskrieg auf die Ukraine an Russlands Seite steht, unterliegen keinen Beschränkungen mehr und dürfen mit Fahne und Hymne starten, auch bei den Qualifikationen für die Sommerspiele 2028 in Los Angeles.
Russische Athleten sind in einigen olympischen Fachverbänden trotz des andauernden Angriffs auf die Ukraine bereits wieder willkommen. Coventry hatte vor der Session dagegen beteuert, "keinen Zeitplan" für eine Entscheidung zu haben. Das Nationale Olympische Komitee Russlands ist seit 2023 suspendiert, nachdem es in von Russland völkerrechtswidrig annektierten Gebieten der Ukraine Sportorganisationen aufgenommen hat. Zudem gibt es laut Coventry Bedenken hinsichtlich der Anti-Doping-Arbeit in Russland, die es auszuräumen gelte.
A.AlHaj--SF-PST