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Kein Glanz ohne Neymar: Brasilien stolpert zum Start
Brasiliens Ballartisten um Vinícius Júnior sind zum Start ihrer WM-Mission entzaubert worden. Im Duell mit dem gefährlichen Geheimfavoriten Marokko reichte es für den Rekordweltmeister nur zu einem 1:1 (1:1), das die Hoffnung der stolzen Fußballnation auf den Titelangriff und das Ende einer 24 Jahre langen Leidenszeit vorerst dämpfte.
Vinícius (32.) verhinderte zwar die erste WM-Auftaktpleite der Selecao seit 1934, dennoch versprühte Brasilien in East Rutherford vor den Toren New Yorks noch wenig Glanz. Die Marokkaner, die 2022 bis ins Halbfinale gestürmt waren, spielten zum Auftakt phasenweise mutig auf. Ismael Saibari (21.), um den sich der FC Bayern intensiv bemühen soll, hatte zur Führung getroffen, der Punkt der "Löwen vom Atlas" war verdient.
Neymar, Heilsbringer einer ganzen Nation, hinter dessen Leistungsfähigkeit aber ein dickes Fragezeichen steht, fehlte Brasilien noch angeschlagen. Der Superstar, der seit 2023 kein Länderspiel mehr absolviert hat, fieberte mit weißer Kappe am Rand mit. Und mit ihm Zehntausende Anhänger der Selecao auf den Rängen, darunter die Idole Ronaldo, Kaká und Roberto Carlos, die Brasilien 2002 den bislang letzten von fünf WM-Titeln beschert hatten. Selbst NFL-Legende Tom Brady drückte im brasilianischen Trikot die Daumen.
Sie alle packten ihre Hoffnung auf die Schultern von Vinícius, dem extrovertierten Star von Real Madrid, der mit seinen Teamkollegen in einem der Highlightspiele dieser WM-Vorrunde aber eine starken Beginn Marokkos erlebte. Brasilien leistete sich dagegen zahlreiche Fehler im Aufbau, offenbarte defensiv große Lücken und wurde bestraft. Saibari war es, der nach einem simplen Steilpass durch die Mitte frei vor Alisson Becker auftauchte und den Ball lässig ins Tor lupfte.
Starcoach Carlo Ancelotti, der schon fast alles erlebt hat, nun aber erstmals als Cheftrainer bei einer WM dabei ist, korrigierte intensiv in der Trinkpause, auch Neymar redete auf seine Mitspieler ein. Es half zunächst wenig, stattdessen brauchte es eine Einzelaktion von Vinícius, der den WM-Titel als klares Ziel ausgegeben hat. Er zog nach innen, legte sich den Ball zurecht und traf kompromisslos ins lange Eck.
Auch danach rückte Vinícius ein ums andere Mal in den Fokus. Der Stürmer, sonst nicht für seine Abwehrarbeit bekannt, ließ sich sogar nach einer gelungenen Defensivaktion feiern und peitschte die Fans an. Marokko, als Afrika-Champion angereist, nachdem Senegal der Titel infolge des Skandalfinals aberkannt worden war, ließ in der zweiten Halbzeit nach. Ancelotti setzte auf neue Impulse von der Bank, doch den bemühten Brasilianern fehlten auch in der Schlussphase die Ideen.
Alisson musste in der Nachspielzeit sogar noch in höchster Not retten (90.+9).
M.Qasim--SF-PST