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IOC kehrt ab Olympia 2028 zu Geschlechtstests zurück
Das Internationale Olympische Komitee (IOC) führt zur Klärung der Startberechtigung in Frauenwettbewerben genetische Geschlechtstests ein. Wie das IOC am Donnerstag mitteilte, gilt die neue Regelung ab den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles und umfasst sowohl Einzel- als auch Teamsportarten.
"Die Teilnahmeberechtigung an allen Wettbewerben der Frauenkategorien bei Olympischen Spielen oder anderen IOC-Veranstaltungen ist ab sofort auf biologische Frauen beschränkt, die auf der Grundlage eines einmaligen SRY-Gen-Screenings bestimmt werden", teilte das IOC mit. Geschlechtstest bei Olympia hatte es zuletzt 1996 in Atlanta gegeben.
Das SRY-Gen sitzt auf dem Y-Chromosom und setzt im Regelfall eine männliche Geschlechtsentwicklung in Gang. Der Nachweis des Gens führt künftig - von wenigen Ausnahmen wie der Diagnose einer gestörten Geschlechtsentwicklung abgesehen - zum Ausschluss von Frauenwettbewerben. Die Untersuchung kann per Speichelprobe, Wangenschleimhautabstrich oder Blutuntersuchung erfolgen. In der Regel soll der Test nur einmal nötig sein.
Das IOC nimmt unter der neuen IOC-Präsidentin Kirsty Coventry somit eine Kurskorrektur vor. Ziel sei es, "Fairness, Sicherheit und Integrität in der Frauenkategorie zu schützen", hieß es in der Mitteilung.
Hintergrund ist der Streit um Startberechtigungen am olympischen Boxturnier 2024. Damals waren die Algerierin Imane Khelif und Lin Yuting aus Taiwan zunächst bei der WM 2023 vom Weltverband IBA ausgeschlossen worden, weil sie angeblich einen Testosteron-Test nicht bestanden hatten. In Paris durften sie aber starten, weil für das IOC allein das Geschlecht im Pass ausschlaggebend war. Wie Lin gewann auch Khelif in ihrer Gewichtsklasse - begleitet von Angriffen und einer Desinformationskampagne konservativer Kreise, die sie als "Mann, der gegen Frauen kämpft" darstellte - die Goldmedaille.
Lin wurde inzwischen auch von World Boxing für Starts in der Frauenkategorie zugelassen - jenem Verband, der 2028 in Los Angeles die Verantwortung für den Boxwettbewerb trägt.
Auch der Leichtathletik-Weltverband World Athletics hatte vor der WM in Tokio im vergangenen September einen SRY-Test für Starterinnen obligatorisch eingeführt.
R.Halabi--SF-PST