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Tygart wehrt sich gegen IOC-"Drohungen"
US-Antidopingjäger Travis Tygart wehrt sich gegen die Vorwürfe der WADA und des IOC und greift sowohl die Welt-Anti-Doping-Agentur als auch das Internationale Olympische Komitee selbst scharf an. Der Streit droht vor der Eröffnung der Sommerspiele in Paris am Freitag auf offener Bühne zu eskalieren.
"Es ist schockierend zu sehen, dass das IOC selbst zu Drohungen greift, um diejenigen zum Schweigen zu bringen, die nach Antworten auf jetzt bekannte Fakten suchen", schrieb Tygart in einer Stellungnahme.
Einige IOC-Mitglieder und WADA-Präsident Witold Banka hatten die USADA, deren Chef Tygart ist, bei der IOC-Session am Mittwoch heftig angegriffen. Zudem hatte das IOC im Ausrichtervertrag mit Salt Lake City einen Passus verankert, mit dem es den USA die Spiele entziehen kann, wenn die Behörden und die Anti-Doping-Agentur die WADA "nicht vollständig respektieren".
Tygart wies die Vorwürfe zurück und legte nach: "Die heutige Demonstration hat erneut gezeigt, dass die WADA in ihrer jetzigen Form nur ein Schoßhündchen des Sports ist und saubere Athleten kaum eine Chance haben."
Der Zoff zwischen der USADA und der WADA war nach den Recherchen der ARD und der New York Times ausgebrochen. Demnach waren vor den Olympischen Spielen in Tokio 23 chinesische Schwimmer positiv auf ein verbotenes Herzmittel getestet worden, von der WADA allerdings nicht gesperrt worden. Die verließ sich auf eine Untersuchung der chinesischen Behörden, die eine Kontamination in einer Hotelküche als Grund für positiven Proben angab.
Tygart schrieb am Mittwoch: "Wenn die WADA nichts zu verbergen hat, würde sie die Chance begrüßen, Fragen zu beantworten, anstatt wegzulaufen und sich zu verstecken." Das IOC forderte er auf, "die Führung zu übernehmen, um den sauberen Sport zu schützen". Es würde "für saubere Athleten auf der ganzen Welt verheerend sein, wenn diese positiven Tests ignoriert werden".
Z.AlNajjar--SF-PST