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Iran stellt harte Bedingungen für Öffnung der Straße von Hormus
Inmitten der diplomatischen Bemühungen für ein Ende des Iran-Kriegs hat Teheran harte Bedingungen für eine Öffnung der Straße von Hormus gestellt. Außenminister Abbas Araghtschi forderte am Samstag unter anderem "Entschädigungen" für Verstöße der USA gegen das im Juni besiegelte Rahmenabkommen zwischen Teheran und Washington. Der Chef des Nationalen Sicherheitsrats, Mohammad Bagher Solghadr, legte eine ganze Liste an Bedingungen für ein Ende der Blockade der strategisch wichtigen Meerenge vor.
Solghadr forderte laut der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim ein Ende des "Krieges und der Aggression gegen den Iran und seine Verbündeten im Libanon, in Palästina, im Jemen und im Irak", außerdem die Aufhebung der von den USA verhängten Blockade iranischer Häfen und der Sanktionen gegen Teheran, die Freigabe eingefrorener Vermögenswerte sowie Entschädigungen für Kriegsschäden.
Die iranischen Revolutionsgarden betonten, die Öffnung der Straße von Hormus sei von den derzeit laufenden Gesprächen mit dem Oman getrennt zu betrachten. Letztlich sei "der Feind gezwungen, die Bedingungen des Iran für die Öffnung der Meerenge zu akzeptieren".
Der Iran hält die strategisch immens wichtige Meerenge, durch die vor Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar rund ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssiggastransporte verlief, faktisch blockiert. Derzeit führen der Iran und der Oman Gespräche über eine Durchfahrt von Schiffen. Teheran will Gebühren von Schiffen erheben.
Der iranische Außenminister Araghtschi sagte am Samstag, die Gespräche mit dem Oman näherten sich der "Endphase". Dies sei jedoch "kein Zeichen für eine Wiedereröffnung der Straße von Hormus". Dafür müssten weitere Bedingungen erfüllt werden - unter anderem Entschädigungen durch die USA.
Der Oman bezeichnete die Gespräche mit dem Iran als "positiv und konstruktiv", warnte aber zugleich vor weiteren Angriffen auf Schiffe. Das Außenministerium in Maskat verurteilte am Samstag die "wiederholten Angriffe" auf Schiffe in der Meerenge, ohne den Iran ausdrücklich zu nennen. Das Ministerium rief dazu auf, Handlungen zu unterlassen, die den diplomatischen Prozess gefährden könnten.
Die Warnung erfolgte vor dem Hintergrund einer Serie von Angriffen auf Schiffe in der Straße von Hormus. Am Samstag machten die Vereinigten Arabischen Emirate den Iran für einen Raketenangriff auf einen Tanker des staatlichen Ölkonzerns ADNOC verantwortlich. Verletzt worden sei niemand.
Später erklärte die britische Meeressicherheitsbehörde UKMTO, vor der Küste des Oman sei ein Schiff von einem "Geschoss unbekannter Herkunft" getroffen worden. Ein dadurch ausgelöster Brand sei gelöscht worden, die Besatzung sei unverletzt. Unklar war, ob sich UKMTO und die Vereinigten Arabischen Emirate auf das selbe Schiff bezogen.
Am Freitag hatte ADNOC erklärt, seit Beginn des Iran-Kriegs seien 15 Schiffe des Konzerns in der Straße von Hormus angegriffen worden, drei davon allein in dieser Woche.
Die USA und Israel hatten Ende Februar mit massiven Angriffen auf den Iran begonnen. Auf eine Waffenruhe im April folgte im Juni die Unterzeichnung eines Rahmenabkommens, das binnen 60 Tagen zu einer dauerhaften Friedensregelung führen sollte. Mitte Juli nahmen die USA ihre Angriffe gegen den Iran aber wieder auf.
Angesichts des Iran-Kriegs und seiner Auswirkungen auf die Region schlossen Saudi-Arabien, die Türkei und Pakistan am Freitag einen gemeinsamen Verteidigungspakt. Das Bündnis soll nach pakistanischen Angaben die "kollektive Abschreckung" stärken.
Der türkische Außenminister Hakan Fidan sagte am Samstag, er rechne damit, dass Ägypten sich dem neuen Verteidigungsabkommen ebenfalls anschließt. "Ich glaube, dass Ägypten in der nächsten Phase ebenfalls zu unserem Bündnis gehören wird", sagte Fidan der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu. "Wir verhalten uns bereits so, als wären wir Bündnispartner." Ägypten sei ein "natürlichen Partner in allen Fragen".
O.Salim--SF-PST