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Selenskyj zu Treffen mit neuem Premier Burnham in Großbritannien
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist zu einem Treffen mit dem neuen britischen Premierminister Andy Burnham in Großbritannien eingetroffen. Nach seiner Landung erklärte Selenskyj am Montag, die Ukraine und Großbritannien hätten die "stärksten Beziehungen in der Geschichte der Zusammenarbeit" zwischen beiden Ländern aufgebaut. Burnham wollte Selenskyj als ersten ausländischen Staatschef seit seinem Amtsantritt empfangen. Der ukrainische Präsident reist dann zu einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump in Washington weiter.
Burnham und Selenskyj wollten gemeinsam einen Marinestützpunkt besuchen. Dort sollten sie britische und ukrainische Militärangehörige treffen, die an der Ausbildung ukrainischer Streitkräfte beteiligt sind. Rund 200 ukrainische Soldaten und Seeleute nahmen zuletzt in Großbritannien an Übungen zur Sicherheit auf See und zur Minenabwehr teil.
"Großbritannien steht Schulter an Schulter mit der Ukraine, und unsere Unterstützung bleibt unerschütterlich", erklärte Burnham anlässlich des Selenskyj-Besuchs. Russland dürfe am britischen Durchhaltewillen nicht zweifeln: London werde nicht nachlassen, bis ein "dauerhafter und gerechter Frieden für die Ukraine" erreicht sei. Burnham hatte bereits kurz nach seinem Amtsantritt am Montag vergangener Woche mit Selenskyj telefoniert.
Großbritannien kündigte nun zudem an, der Ukraine die Rechte an einer neuen Technik zur elektronischen Störung russischer Luftabwehrsysteme zu überlassen. Das an Drohnen befestigte Gerät mit dem Namen "Stone Cloak" soll deren Ortung und Bekämpfung erschweren. Tausende der Geräte wurden nach britischen Angaben bereits an die Ukraine geliefert.
Selenskyj wiederum kündigte im Vorfeld des Großbritannien-Besuchs eine verstärkte Drohnen-Kooperation mit Großbritannien an. "Wir werden unsere gesamte Erfahrung mit Großbritannien teilen, und ich hoffe, Großbritannien wird das gleiche tun", sagte der Präsident in einem am Sonntag ausgestrahlten Interview mit dem britischen Sender Sky News. Er wolle eine "sehr starke Drohnen-Vereinbarung" einschließlich des Baus einer Drohnenfabrik in Großbritannien.
Großbritannien ist ein äußerst wichtiger Unterstützer der Ukraine. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar 2022 hat Großbritannien dem attackierten Land nach britischen Regierungsangaben bereits Hilfen in Höhe von umgerechnet 29 Milliarden Euro zukommen lassen. Davon waren rund 19 Milliarden Euro direkte Militärhilfe.
Von Großbritannien aus wird Selenskyj in die USA weiterfliegen, wo er am Dienstag in Washington von Trump empfangen wird. Zudem wird erwartet, dass er an der Trauerfeier für den gestorbenen republikanischen Senator Lindsey Graham teilnimmt, der als Unterstützer der Ukraine bekannt war.
Trump und Selenskyj haben ein schwieriges Verhältnis - unvergessen ist, wie der US-Präsident den ukrainischen Staatschef im vergangenen Jahr im Oval Office des Weißen Hauses vor laufenden Kameras demütigte. In den vergangenen Monaten hat es aber eine Annäherung gegeben. Beim Nato-Gipfel in Ankara Anfang Juli sagte Trump, die Ukraine dürfe US-Luftabwehrsysteme vom Typ Patriot nachbauen. Die Ukraine braucht solche Systeme zur Abwehr ballistischer Raketen aus Russland.
K.AbuTaha--SF-PST