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Guterres fordert Hilfe für Syrien und kritisiert Israels Vorgehen auf Golanhöhen
Beim ersten Besuch eines UN-Generalsekretärs in Syrien seit 2009 hat António Guterres internationale Unterstützung für das vom Bürgerkrieg gezeichnete Land gefordert und Israels Vorgehen an den Golanhöhen kritisiert. "Was in der Region um die Golanhöhen geschieht, ist völlig inakzeptabel", sagte Guterres am Samstag bei einer Pressekonferenz in Damaskus. Syriens "Souveränität, Unabhängigkeit, Einheit und territoriale Integrität" müssten "vollständig respektiert" werden.
"Ich möchte die internationale Gemeinschaft daran erinnern, dass die Golanhöhen syrisches Territorium sind", sagte der UN-Generalsekretär. Der syrische Außenminister Asaad al-Schaibani forderte an Guterres' Seite einen "sofortigen und bedingungslosen israelischen Rückzug" von den Golanhöhen.
Israel hatte nach dem Sturz des langjährigen syrischen Machthabers Baschar al-Assad im Dezember 2024 Truppen in eine von der UNO überwachte Pufferzone auf den Golanhöhen entsandt. Seither führten israelische Streitkräfte wiederholt Angriffe und Vorstöße tiefer auf syrisches Gebiet aus.
Israel begründet einige der Angriffe mit dem Schutz der Minderheit der Drusen in Syrien. Israelische Vertreter erklärten zudem, die Armee wolle eine "Sicherheitszone" im Süden Syriens halten und dort ein größeres entmilitarisiertes Gebiet schaffen. Trotz der Spannungen führten Israel und die neuen syrischen Behörden mehrere direkte Gespräche.
Guterres traf in Damaskus Präsident Ahmed al-Scharaa, der Syrien seit dem Sturz Assads führt. Zuvor besuchte der UN-Generalsekretär die Altstadt und die berühmte Omajjaden-Moschee.
Die UNO stehe Syrien in diesem entscheidenden Moment zur Seite, erklärte Guterres. Die Vereinten Nationen seien bereit, die politische Transition, die juristische Aufarbeitung der Assad-Jahre, die Ausarbeitung einer neuen Verfassung und das Abhalten von "freien und fairen Wahlen" zu unterstützen. Guterres rief die internationale Gemeinschaft auf, keine Anstrengung zur Unterstützung der syrischen Bevölkerung zu scheuen.
Guterres will während seines dreitägigen Aufenthalts auch Vertreter der Zivilgesellschaft und von Organisationen treffen, die sich für Frauen einsetzen. Zudem ist ein Besuch bei den UN-Friedenstruppen vorgesehen, die seit 1974 in der Pufferzone auf den Golanhöhen stationiert sind.
Als bislang letzter UN-Generalsekretär war Ban Ki Moon im Jahr 2009 nach Syrien gereist. Zwei Jahre später begann der Bürgerkrieg, bei dem mehr als eine halbe Million Menschen getötet und weite Teile der Infrastruktur zerstört wurden. Ende 2024 stürzte ein islamistisches Bündnis unter Führung al-Scharaas den langjährigen Machthaber Assad.
Seit Assads Sturz kehrten nach UN-Angaben rund 1,9 Millionen Binnenvertriebene und 1,7 Millionen Flüchtlinge aus dem Ausland zurück. Rund 5,5 Millionen Menschen sind weiterhin innerhalb Syriens vertrieben, weitere sechs Millionen leben im Ausland. Etwa 15,6 Millionen Menschen benötigen demnach humanitäre Hilfe.
Y.Shaath--SF-PST