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USA und Iran setzen Angriffe fort - Israel und Jordanien fangen iranische Rakete ab
Die USA und der Iran haben ihre gegenseitigen massiven Angriffe am Sonntag unvermindert fortgesetzt. Die US-Armee erklärte, die neuen Angriffe seien die "Strafe" für den tödlichen Beschuss eines US-Stützpunktes in Jordanien. Israelische und jordanische Streitkräfte fingen eine auf den jordanischen Urlaubsort Akaba gerichtete iranische Rakete ab. Auch Kuwait und Bahrain meldeten neue iranische Angriffe. Israel drohte im Fall neuer iranischer Angriffe auf sein Staatsgebiet mit einer "harten" Reaktion.
Wie das zuständige US-Regionalkommando Centcom mitteilte, galten die neuen US-Angriffe in der Nacht zu Sonntag Stützpunkten der iranischen Revolutionsgarden. Sie sollten demnach "umgehend" für den tödlichen Beschuss des US-Stützpunkts nahe Al-Asrak in Jordanien bestraft werden. Bei dem Angriff waren am Freitag zwei US-Soldaten getötet und vier weitere verletzt worden. Ein weiterer Soldat gilt als vermisst.
Die US-Armee griff nach Angaben aus Washington auch iranische Stützpunkte an, von denen aus die "kommerzielle Schifffahrt in der Straße von Hormus" bedroht worden sei. Die iranischen Nachrichtenagenturen Fars und Tasnim bestätigten Angriffe auf Sirik, einen Hafen an der Straße von Hormus im Süden des Iran.
Die für den weltweiten Öl- und Flüssiggashandel wichtige Meerenge steht im Mittelpunkt der wieder aufgeflammten Kämpfe zwischen dem Iran und den USA. Centcom begründete die US-Angriffe zudem damit, "die Fähigkeit des Iran zu schwächen, die Handelsschifffahrt in der Straße von Hormus zu bedrohen". Nahe der Meerenge hatten die Revolutionsgarden nach eigenen Angaben zuletzt vier Schiffe mit einem kombinierten Raketen- und Drohneneinsatz an der Durchfahrt gehindert.
Am Sonntag erklärten die Garden dazu, sie hätten vier Schiffe gestoppt, die versucht hätten, die Straße von Hormus ohne ihre Genehmigung zu durchqueren. Die Schiffe hätten "in böswilliger Absicht und mit Unterstützung amerikanischer Terroristen" gehandelt. Zwei Schiffe seien "in einen Unfall verwickelt und an Ort und Stelle gestoppt worden". Die beiden anderen hätten ihre Fahrt abgebrochen.
Der Iran meldete zudem einen US-Angriff auf ein im Bau befindliches Atomkraftwerk im Südwesten des Landes. Die iranische Atomenergieorganisation erklärte, die Anlage Darchowin sei von US-Streitkräften mit mehreren Geschossen attackiert worden. Angaben zu möglichen Schäden machte sie zunächst nicht. Eine Stellungnahme der USA lag zunächst nicht vor.
Die internationale Atomenergiebehörde IAEA mahnte nach dem Angriff "Zurückhaltung" an. IAEA-Chef Rafael Grossi bekräftigte laut einer Erklärung "seinen Aufruf zur militärischen Zurückhaltung in der Nähe aller Atomanlagen".
Auch Teherans Angriffe auf umliegende Staaten gingen unvermindert weiter. In Kuwait löste ein neuer iranischer Angriff auf eine Strom- und Wasseraufbereitungsanlage ein Feuer aus. Die Anlage sei "infolge der abscheulichen iranischen Aggression zum zweiten Mal binnen zwei Tagen angegriffen" worden, erklärte Kuwaits Ministerium für Strom, Wasser und erneuerbare Energien. Auch Bahrain warf dem Iran Angriffe auf zivile Ziele vor.
Zudem zerstörten die israelischen und jordanischen Streitkräfte eine iranische Rakete, die auf die jordanische Stadt Akaba am Roten Meer gerichtet war. Die Armeen beider Länder hätten das iranische Geschoss "gemeinsam abgefangen", teilte ein israelischer Armeesprecher am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP mit.
Die jordanische Armee gab bekannt, insgesamt drei iranische Raketen abgeschossen zu haben. Eine vierte sei in einem Wüstengebiet niedergegangen. In der jordanischen Hauptstadt Amman und anderen Landesteilen hatte es zuvor Luftalarm gegeben. Die Regierung dementierte allerdings Berichte, dass sie eine Evakuierung des Hafens und Flughafens von Akaba angeordnet habe.
Akaba und der israelische Badeort Eilat sind nur 15 Kilometer voreinander entfernt. "Wenn der Iran Raketen auf Israel abfeuert, werden wir mit voller Härte zurückschlagen", sagte Israels Verteidigungsminister Israel Katz am Sonntag bei einem Besuch in einer Einrichtung des Rettungsdienstes. Er fügte hinzu: "Sollten die Vereinigten Staaten ihre Politik ändern - was ebenfalls passieren könnte -, sind wir sowohl auf defensive als auch auf offensive Maßnahmen gegen Teheran vorbereitet."
Bereits am Samstag hatte Teheran die mit Washington ausgehandelte Rahmenvereinbarung für hinfällig erklärt. Die USA hätten "alle ihre Verpflichtungen aus dieser Vereinbarung verletzt und eingestellt, und auch wir haben alle unsere Verpflichtungen eingestellt", erklärte Irans Vize-Außenminister Kasem Gharibabadi im Staatsfernsehen. Dabei bezog er sich auf ein im Juni ausgehandeltes Rahmenabkommen, das Teheran und Washington mit dem Ziel unterzeichnet hatten, binnen 60 Tagen ein Friedensabkommen zu schließen.
Der Krieg hatte am 28. Februar mit Luftangriffen Israels und der USA auf den Iran begonnen. Teheran reagierte mit Angriffen auf Israel und US-Ziele sowie mehrere Staaten in der Golfregion. Seit Anfang April galt eine brüchige Waffenruhe. Teheran hatte mit verstärkten Angriffen auf zivile Infrastruktur in den umliegenden Staaten der Region gedroht, sollte Washington seinerseits Infrastruktur im Iran angreifen.
R.Shaban--SF-PST