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Nach Beginn von Hormus-Einsatz: Iran und USA drohen einander mit Wiederaufnahme der Kämpfe
Nach dem Beginn des US-Militäreinsatzes zur Sicherung der Schifffahrt in der Straße von Hormus haben der Iran und die USA einander mit Drohungen überzogen. Der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf erklärte, die Armee seines Landes habe mit den Angriffen "noch nicht einmal begonnen". US-Verteidigungsminister Pete Hegseth warnte den Iran am Dienstag vor der "vernichtenden Feuerkraft der USA", sollte er weitere Schiffe attackieren. Unterdessen meldeten die Vereinigten Arabischen Emirate iranischen Beschuss.
Parlamentschef Ghalibaf bekräftigte die Ansicht Teherans, dass sein Land im Konflikt die Oberhand habe. "Wir wissen genau, dass die Fortsetzung der gegenwärtigen Situation für die Vereinigten Staaten unhaltbar ist, obwohl wir noch nicht einmal begonnen haben", erklärte Ghalibaf, der auch bei den Verhandlungen über ein Kriegsende die iranische Delegation anführt. Die "bösartige Präsenz" der USA am Persischen Golf werde abnehmen.
Die USA hatten am Montag einen Militäreinsatz zur Sicherung der für den Öl- und Gashandel immens wichtigen Straße von Hormus mit dem Namen "Projekt Freiheit" begonnen. Ziel ist laut US-Präsident Donald Trump, wegen der iranischen Blockade festsitzende Schiffe aus der Meerenge hinaus zu "geleiten".
Die US-Armee erklärte am ersten Einsatztag, dass mindestens sechs iranische Kleinboote angegriffen und zahlreiche Drohnen und Raketenangriffe abgewehrt worden seien, was Teheran dementierte. Iranische Medien hatten zuvor Raketenangriffe auf ein US-Militärschiff sowie Warnschüsse in der Nähe von US-Zerstörern gemeldet - was wiederum Washington zurückwies.
Der dänische Frachtriese Maersk meldete am Dienstag die erfolgreiche Durchfahrt eines seiner Schiffe. Der Frachter habe unter US-Flagge die Straße von Hormus passiert, der Transit unter Eskorte des US-Militärs sei "ohne Zwischenfälle" verlaufen. Das iranische Militär hatte damit gedroht, alle US-Streitkräfte anzugreifen, die sich der Handelsroute nähern oder in sie einfahren.
US-Verteidigungsminister Hegseth sagte in Washington, zwar halte die vor knapp einem Monat mit dem Iran vereinbarte Waffenruhe derzeit noch, die USA beobachteten die Lage jedoch genau. US-Generalstabschef Dan Caine unterstrich, das US-Militär sei jederzeit bereit, "größere Kampfhandlungen" gegen den Iran wieder aufzunehmen, falls Präsident Donald Trump den entsprechenden Befehl erteile.
Hegseth machte zugleich klar, dass die USA von anderen Staaten eigenen Einsatz erwarteten, um den Frachtschiff-Verkehr durch die Straße von Hormus zu ermöglichen. "Wir sorgen dafür, dass sich die Lage stabilisiert, damit der Handel wieder in Gang kommt, aber wir erwarten, dass die Welt ihren Beitrag leistet", sagte Hegseth und fügte an: "Zum geeigneten Zeitpunkt - und das wird bald sein - werden wir die Verantwortung wieder an euch übergeben."
In der Golfregion setzten sich die militärischen Auseinandersetzungen derweil fort. Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) teilten am Dienstag mit, dass ihre Luftabwehr den zweiten Tag in Folge im Dauereinsatz sei. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Abu Dhabi bekämpften die Systeme aktiv "Bedrohungen durch Drohnen und Raketen", die direkt aus dem Iran abgefeuert worden seien. Am Montag war bei einem laut emiratischen Behörden vom Iran ausgehenden Drohnenangriff bereits eine Ölanlage im Emirat Fudschaira beschädigt worden.
Auf diplomatischer Ebene startete der französische Präsident Emmanuel Macron einen weiteren Versuch einer Deeskalation. Er werde bald das direkte Gespräch mit dem iranischen Präsidenten Massud Peseschkian suchen, sagte Macron in der armenischen Hauptstadt Eriwan. Macron verurteilte die jüngsten iranischen Angriffe auf die Emirate scharf und forderte Teheran auf, die Blockade der Straße von Hormus umgehend zu beenden.
Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi setzte unterdessen seine diplomatischen Reisen fort. Wie das Außenministerium in Teheran mitteilte, sollte er am Dienstag nach China reisen, um dort seinen Kollegen Wang Yi zu treffen. Im Vorfeld der Gespräche hatte Araghtschi gesagt, die jüngsten Ereignisse in der Straße von Hormus zeigten, dass es "keine militärische Lösung für eine politische Krise" gebe. Er machte das "militärische Abenteurertum" der USA für die erneuten Spannungen verantwortlich.
Q.Jaber--SF-PST