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Israel stoppt Boote von Gaza-Hilfsflotte - mehr als 170 Aktivisten festgesetzt
Rund 20 Boote einer Hilfsflotte für den Gazastreifen mit pro-palästinensischen Aktivisten an Bord sind von der israelischen Armee gestoppt worden. 175 Aktivisten von mehr als 20 Schiffen seien durch die israelischen Streitkräfte festgesetzt worden und nun "friedlich auf dem Weg nach Israel", erklärte das israelische Außenministerium am Donnerstag in Onlinediensten. Die Organisatoren der Aktion "Global Sumud Flotilla" meldeten ihrerseits 211 Aktivisten, die von Israel "gekidnappt" worden seien.
Unter den festgesetzten Personen seien elf französische Staatsbürger, erklärte die Hilfsflotten-Sprecherin Hélène Coron. Die Nationalität der anderen Aktivisten sei bislang nicht bekannt.
In der Nacht zum Donnerstag hatten die Flotten-Organisatoren auf X erklärt, israelische Marineschiffe hätten "die Hilfsflotte in internationalen Gewässern illegal umzingelt und mit Entführung und Gewalt gedroht". Die israelischen Einsatzkräfte hätten "Laser und halbautomatische Sturmgewehre" auf die Teilnehmer der Hilfsflotte gerichtet und ihnen befohlen, "nach vorne in den Booten zu kommen und sich auf Hände und Knie zu begeben", hieß es weiter. "Die Bootskommunikation wird gestört und ein SOS wurde abgesetzt."
Die Hilfsflotte befindet sich derzeit vor der Küste Griechenlands in der Nähe von Kreta, wie das Live-Tracking der Organisation auf ihrer Website zeigt. Damit habe der Einsatz der israelischen Marine sehr weit weg von der israelischen Küste stattgefunden, kritisierten die Organisatoren.
Die insgesamt mehr als 50 Boote der Hilfsflotte waren in den vergangenen Wochen von Marseille in Frankreich, Barcelona in Spanien und Syrakus in Italien ausgelaufen, um Hilfsgüter in den Gazastreifen zu bringen.
Ende 2025 hatte schon einmal eine Hilfsflotte versucht, in den Gazastreifen zu gelangen. An Bord der Schiffe waren mehrere prominente Persönlichkeiten, darunter die schwedische Aktivistin Greta Thunberg. Die Schiffe wurden damals von der israelischen Marine aufgebracht, die Besatzungsmitglieder festgenommen und anschließend ausgewiesen.
Im Oktober 2025 war eine Waffenruhe in dem Palästinensergebiet in Kraft getreten, trotzdem gibt es immer wieder Angriffe und Gewalt. Israel und die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas werfen sich gegenseitig Verstöße gegen das Abkommen vor. Die humanitäre Lage in dem Küstengebiet ist Hilfsorganisationen zufolge weiterhin äußerst prekär.
A.Suleiman--SF-PST