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Nachwahl in Manchester: Labour in eigener Hochburg Kopf an Kopf mit Reform UK und Grünen
In einer mit großer Spannung verfolgten Nachwahl haben die Wähler in einer traditionellen Hochburg der britischen Labour-Partei am Donnerstag ihre Stimmen abgegeben. Nachdem Labour im Wahlkreis Gorton and Denton, einem Vorort von Manchester, jahrzehntelang die Mehrheit hatte und bei der Parlamentswahl 2024 fast 51 Prozent der Stimmen gewann, könnte ihr der Parlamentssitz jetzt von einem Kandidaten der einwanderungsfeindlichen Partei Reform UK oder einer Kandidatin der Grünen entrissen werden.
Eine Niederlage von Labour wäre ein weiterer schwerer Schlag für Premierminister Keir Starmer, der so unbeliebt ist wie kein anderer britischer Regierungschef seit Beginn der Umfragen. Zudem würde sie die Zersplitterung des bisherigen britischen Zwei-Parteien-Systems mit Labour und Tories bestätigen.
Die Nachwahl war notwendig geworden, nachdem der bisherige Labour-Abgeordnete aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten war. Umfragen zufolge liegen Labour, die Grünen und Reform UK in dem Wahlkreis Kopf an Kopf, mit einem leichten Vorsprung für die Grünen.
Die Grünen-Kandidatin Hannah Spencer, eine 34 Jahre alte Klempnerin und angehende Stuckateurin, hofft, dank der pro-palästinensischen Haltung ihrer Partei vor allem die Stimmen von Muslimen zu bekommen, die 28 Prozent der Bevölkerung in dem Wahlkreis ausmachen. Sollte sie gewinnen, wäre es der fünfte Parlamentssitz für die Grünen.
Für Reform UK will der 44-jährige Politikwissenschaftler Matt Goodwin das neunte Abgeordnetenmandat im 650-köpfigen Londoner Parlament gewinnen.
Für Labour tritt die örtliche Stadträtin Angeliki Stogia an. Die Kandidatur des bei der Partei-Linken beliebten Bürgermeisters von Manchester, Andy Burnham, war von der Parteispitze blockiert worden. Burnhams Versuch, für einen Sitz im Parlament zu kandidieren, war allgemein als Vorstufe eines Versuchs gewertet worden, den zum rechten Parteiflügel zählenden Starmer herauszufordern.
Der britische Premierminister sah sich zuletzt wiederholt mit Rücktrittsforderungen konfrontiert - unter anderem im Zusammenhang mit dem Skandal um den US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein. Starmer hatte Anfang vergangenen Jahres den britischen Politiker Peter Mandelson zum US-Botschafter ernannt, obwohl er bereits wusste, dass Mandelson nach Epsteins Verurteilung 2008 weiterhin Kontakt zu dem Sexualstraftäter hielt. Zwei von Starmers engsten Beratern traten wegen der Affäre bereits zurück. Der Premierminister selbst hat dagegen erklärt, im Amt bleiben zu wollen.
W.AbuLaban--SF-PST