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Polizei vereitelt Farbattacke von Klimaaktivisten auf Privatflieger von Merz
Die nordrhein-westfälische Polizei hat eine Farbattacke von Klimaaktivisten auf das private Kleinflugzeug von Bundeskanzler Friedrich Merz (CSU) verhindert. In der Nacht zum Donnerstag nahmen Beamte drei Verdächtige auf dem Flugplatz Arnsberg-Menden im Sauerland fest, wie die Polizei in Meschede und die Staatsanwaltschaft Arnsberg mitteilten.
Ein vierter Verdächtiger war bereits zuvor bei einer Verkehrskontrolle aufgefallen. Er gab demnach an, den örtlichen Flugplatz zu suchen. Da zu ihm nach Angaben der Ermittler "polizeiliche Erkenntnisse aus dem Spektrum politisch motivierter Kriminalität" vorlagen, wurde umgehend das fragliche Gelände überprüft. Auf dem Flugplatz wurden dann drei widerrechtlich eingedrungene Verdächtige entdeckt und festgenommen.
Die Gruppe Widerstandskollektiv bekannte sich zu der Aktion. Es sei versucht worden, "das Privatflugzeug von Friedrich Merz stillzulegen", hieß es in einer am Donnerstag veröffentlichen Erklärung. Dies habe "im Rahmen einer Protestaktion" geschehen sollen. "Dabei sollte das Flugzeug mit pinker Farbe langfristig aus dem Verkehr gezogen werden." Außerdem hätten ihre in Gewahrsam genommenen Aktivisten ein Fahrrad "als klimafreundliches Fortbewegungsmittel für den Kanzler" bei sich gehabt.
Den Behörden zufolge handelte es sich bei den drei Beschuldigten um zwei Frauen und einen Mann im Alter von 23 bis 58 Jahren. Diese seien "dem Spektrum Klimaaktivisten zuzuordnen". Aufgrund der Umstände werde davon ausgegangen, dass "sie beabsichtigten, ein derzeit abgestelltes Flugzeug zu beschädigen, welches im Besitz des Bundeskanzlers steht", hieß es.
Zur Identität des zuvor bei der Verkehrskontrolle aufgefallenen vierten Verdächtigen machten die Ermittler zunächst noch keine Angaben. "Etwaig beabsichtigte Protestaktionen haben nicht mehr stattgefunden", teilten sie mit. Weitere Auskünfte seien "bis auf Weiteres" nicht möglich.
Merz ist Hobbypilot und hat eine Pilotenlizenz. Medienberichten zufolge besitzt er privat ein zweimotoriges Propellerflugzeug. Die Flugleidenschaft des Kanzlers und CDU-Bundeschefs machte bereits Schlagzeilen, etwa als er 2022 damit zur Hochzeit des damaligen Bundesfinanzministers Christian Lindner (FDP) nach Sylt flog. Merz stammt aus dem Sauerland, dort befindet sich auch sein Wahlkreis.
Klimaaktivisten nutzten in der Vergangenheit wiederholt Flughäfen und Flugplätze für Protestaktionen. Unter anderem besprühten sie im Sommer 2023 auf einem Flugplatz auf Sylt einen Privatjet mit orangener Farbe.
Das sogenannte Widerstandskollektiv ist eine der Nachfolgegruppierungen der Letzten Generation, die sich vor etwa einem Jahr neu aufstellte. Es entstanden zwei unterschiedliche Initiativen - neben dem nach eigenen Angaben auf "direkte Aktionen" setzenden Widerstandskollektiv noch die thematisch breiter aufgestellte moderatere Neue Generation. Sie will sich unter anderem für neue demokratische Beteiligungsformen einsetzen.
A.AbuSaada--SF-PST