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Wegner rechtfertigt Tennis-Ausflug während Blackouts - Opposition empört
Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner (CDU), hat den Vorwurf des Fehlverhaltens nach dem Anschlag auf das Berliner Stromnetz zurückgewiesen. Wegner räumte am Mittwoch im Sender Welt TV ein, sich am Samstag wenige Stunden nach dem Beginn des Blackouts in Teilen der Stadt Zeit für ein Tennisspiel genommen zu haben. "Dann habe ich von 13.00 bis 14.00 Uhr Tennis gespielt, weil ich einfach den Kopf freikriegen wollte", sagte der CDU-Politiker.
Während des Tennisspiels sei er "die ganze Zeit erreichbar" gewesen, betonte Wegner. "Das Handy war auf laut gestellt, ich bin danach sofort zurückgefahren und habe weitergearbeitet." Der CDU-Politiker wollte in Zusammenhang mit dem Tennisspiel nicht von einem Fehler sprechen, sondern verwies auf seinen Einsatz im Büro.
Er habe am Samstagmorgen begonnen, Telefonate zu führen. "Ich habe mit den Krisenstäben telefoniert, mit Stromnetz", sagte Wegner. "Ich habe vor allen Dingen auch mit der Bundesregierung gesprochen, mit dem Bundeskanzleramt, mit dem Bundesinnenminister."
Wegner setzt auf Verständnis bei den Bürgern für seinen Ausflug auf den Tennisplatz: "Ich glaube, die Berlinerinnen und Berliner gerade in den betroffenen Gebieten sind heute erst mal froh, dass anderthalb Tage vor der Ankündigung der Strom wieder da ist", sagte er. "Und wenn ich eine Stunde Sport mache, um den Kopf freizukriegen zwischen 13.00 und 14.00 Uhr, wo ich vorher gearbeitet habe und direkt im Anschluss auch, und in der Zeit erreichbar war, ich glaube, dann ist das okay."
Die Opposition übte scharfe Kritik an Wegners Verhalten und legte ihm einen Rücktritt nahe. "Wer lieber Tennis spielt, als in der größten Not bei den Menschen zu sein, sollte sich vielleicht überlegen, ob dieser Job noch der richtige für ihn ist", erklärte der Landesvorsitzende der Berliner Linken, Maximilian Schirmer.
Grünen-Fraktionschef Werner Graf kritisierte: "Der Regierende war Tennis spielen, obwohl er bereits wusste, dass 45.000 Berliner Haushalte ohne Wärme und Licht in einer Notlage waren und während Menschen in Gefahr gerieten." Das entspreche nicht den Erwartungen, die Berlinerinnen und Berliner zu Recht an dieses Amt hätten.
Berlins FDP-Chef Christoph Meyer wertete Wegners Tennis-Ausflug als Nachweis von "eklatantem Mangel an politischem Verantwortungsbewusstsein". Wegner müsse zurücktreten.
E.Qaddoumi--SF-PST