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Merkel würdigt Verdienste verstorbener Holocaust-Zeitzeugin Friedländer
Die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Verdienste der am Freitag verstorbenen NS-Verfolgten und Holocaust-Zeitzeugin Margot Friedländer gewürdigt. "Wir können gar nicht dankbar genug sein, dass Margot Friedländer die Kraft fand, von ihrer Leidens- und Lebensgeschichte zu erzählen", sagte Merkel der "Bild"-Zeitung vom Samstag. Margot Friedländer war am Freitag im Alter von 103 Jahren in Berlin gestorben.
Friedländer habe über ihre Lebensgeschichte Zeugnis abgelegt, weil sie überzeugt gewesen sei, "dass es von überragender Bedeutung war und ist, gerade junge Menschen dafür zu gewinnen, sich entschieden gegen Ausgrenzung, Abwertung, Rassismus, Antisemitismus und jede Form gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit zu wenden", hob Merkel hervor. "Für mich kann kein Satz dieses Vermächtnis eindrucksvoller vermitteln als Margot Friedländers eigene, bis zuletzt wieder und wieder gesagten Worte: 'Seid Menschen'", sagte die frühere Kanzlerin.
Friedländer war nach dem Krieg mit ihrem Mann zunächst in die USA emigriert. Erst im hohen Alter kehrte sie in ihre Geburtsstadt Berlin zurück. Die Jüdin Friedländer hatte ihre Gefangenschaft im NS-Konzentrationslager Theresienstadt überlebt. Ihre Eltern und ihr Bruder wurden aber von den Nationalsozialisten ermordet, ebenso die Familie ihres Ehemanns, den sie im KZ kennenlernte.
T.Samara--SF-PST