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Nach Angriff auf Sanaa: Huthis feuern Rakete und Drohnen auf Tel Aviv ab
Einen Tag nach einem israelischen Angriff auf den Jemen haben die jemenitischen Huthi-Rebellen den Flughafen von Tel Aviv nach eigenen Angaben mit einer Rakete angegriffen. Zudem sei Tel Aviv von Drohnen beschossen worden, erklärten die Huthis am Freitag. Am Donnerstag hatte die israelische Luftwaffe den internationalen Flughafen nahe Jemens Hauptstadt Sanaa angegriffen, während sich dort WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus aufhielt.
Die israelische Armee erklärte, sie habe am Freitag eine aus dem Jemen abgeschossene Rakete abgefangen, bevor diese israelisches Staatsgebiet erreicht habe. Zu dem von den Huthis verkündeten Angriff auf Tel Aviv äußerte sich die Armee nicht.
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte gedroht, die vom Iran unterstützten Huthis würden "teuer bezahlen", nachdem bei einem Huthi-Drohnenangriff auf Tel Aviv am Wochenende 16 Menschen verletzt worden waren. Am Donnerstag erklärte Netanjahu, sein Land werde seine Angriffe auf die Huthi-Rebellen fortsetzen, bis "die Aufgabe erledigt ist".
Die Huthis kontrollieren große Teile des Jemen. Sie gehören wie die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas im Gazastreifen und die Hisbollah-Miliz im Libanon zu der vom Iran angeführten und gegen Israel gerichteten "Achse des Widerstands".
Seit Beginn des durch den Hamas-Großangriff auf Israel am 7. Oktober 2023 ausgelösten Gaza-Kriegs feuert die Huthi-Miliz immer wieder Raketen auf Israel ab. Zudem greift sie seitdem Schiffe im Roten Meer und im Golf von Aden an - eigenen Angaben zufolge "aus Solidarität" mit den Palästinensern im Gazastreifen.
Im Norden des Gazastreifens leitete die israelische Armee derweil nach eigenen Angaben einen Einsatz gegen Hamas-Kämpfer nahe eines der letzten noch funktionierenden Krankenhäuser ein. Die Kamal-Adwan-Klinik in Beit Lahia sei "eine zentrale Hochburg für terroristische Organisationen und wird weiterhin als Versteck für Terroristen genutzt", erklärte die Armee am Freitag. Vor Beginn des Armeeeinsatzes sei "die sichere Evakuierung von Zivilisten, Patienten und medizinischem Personal ermöglicht" worden.
Die islamistische Hamas erklärte dagegen, israelische Soldaten hätten die Klinik gestürmt. Das "medizinische Personal, die Patienten, die Verletzten und die Flüchtlinge" seien "zur Evakuierung gezwungen" worden. Sie seien von jeglicher Kommunikation abgeschnitten sowie festgenommen und "an einen unbekannten Ort" gebracht worden.
Der Krieg im Gazastrweifen war durch einen beispiellosen Großangriff der Hamas und mit ihr verbündeter militanter Palästinensergruppen auf Israel ausgelöst worden, bei dem nach israelischen Angaben 1208 Menschen getötet wurden. Israel geht seitdem massiv militärisch im Gazastreifen vor. Dabei wurden nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde mehr als 45.400 Menschen getötet. Die Angaben können nicht unabhängig überprüft werden.
V.Said--SF-PST