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Künftige Grünen-Chefs: Merz und Scholz passen "nicht in diese Zeit"
Die designierten Grünen-Parteichefs Franziska Brantner und Felix Banaszak werfen Union und SPD vor, keine zeitgemäßen Kanzlerkandidaten zu haben. "Ich halte es für absolut richtig, den Wählern eine Option anzubieten, die weder Friedrich Merz noch Olaf Scholz heißt - zwei Männer, die nicht in diese Zeit passen", sagte Banaszak der "Süddeutschen Zeitung" vom Donnerstag.
In ihrem ersten Doppelinterview räumte die künftige Grünen-Spitze ein, im Wahlkampf angesichts schwacher Umfragewerte vor einer schweren Mission zu stehen. "Es ist eine große Aufgabe, sie entspricht den Zeiten, in denen wir leben", sagte Brantner. Die Grünen starteten nicht aus der "Gewinner-Position".
Trotz Angriffen signalisierten die Grünen aber auch Koalitionsbereitschaft mit der Union. "Ich weiß aus meinem Bundesland, wie schwierig es sein kann, mit der CDU zu regieren", sagte die aus Baden-Württemberg stammende Brantner. Die schwarz-grünen Koalitionen dort und in Nordrhein-Westfalen zeigten aber auch, "dass man gemeinsam viel erreichen kann, wenn man sich wirklich dazu verpflichtet, diesem Land zu dienen".
Brantner und Banaszak machen klar, dass die Grünen unter ihrer Führung wieder stärker zur Klimapartei werden sollen. Mit einem Präsidenten Donald Trump würden die USA als zentraler Partner im Klimaschutz ausfallen. "Es wird auf Deutschland ankommen. Und wir Grüne sind die einzigen mit einem seriösen Angebot", sagte Brantner.
Die Grünen hätten jedoch aus den Fehlern des Heizungsgesetzes gelernt - und wollten beim Klimaschutz die soziale Ausgestaltung künftig immer an den Anfang setzen. "Eine Welt im Wandel ist nicht frei von Zumutungen, auch wenn Olaf Scholz gerne so tut", sagte Banaszak. "Wir haben den Strom sauberer gemacht – jetzt machen wir ihn dauerhaft billig."
Die Grünen beginnen am Freitag ihren dreitägigen Bundesparteitag in Wiesbaden. Im Fokus wird die Wahl einer neuen Parteispitze und die Nominierung von Wirtschaftsminister Robert Habeck zum Spitzenkandidaten stehen. Am ersten Tag sind Reden von Habeck sowie Außenministerin Annalena Baerbock geplant. Zudem soll über den Leitantrag mit dem Titel "Verantwortung in dieser Zeit" debattiert und abgestimmt werden.
L.Hussein--SF-PST