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Tödliche Messerattacke in Solingen: Mutmaßlicher Angreifer festgenommen
Nach dem Anschlag im nordrhein-westfälischen Solingen mit drei Toten hat die Polizei den mutmaßlichen Angreifer festgenommen. "Der, den wir den ganzen Tag in Wirklichkeit gesucht haben, der ist seit kurzer Zeit bei uns im Gewahrsam", sagte Landesinnenminister Herbert Reul (CDU) am Samstagabend in den ARD-"Tagesthemen". Berichte, wonach es sich bei dem Tatverdächtigen um einen 26-jährigen Syrer handelt, bestätigte die Polizei zunächst nicht.
Reul sagte, der festgenommene Mann sei im "höchsten Maße" tatverdächtig. "Es ist jetzt mehr als eine Vermutung. Wir haben nicht nur einen Hinweis auf diese Person gehabt, sondern wir haben auch Beweisstücke gefunden."
Wenige Stunden zuvor hatte die Polizei bereits in einer Solinger Flüchtlingsunterkunft, die nicht weit vom Anschlagsort in der Innenstadt entfernt ist, einen Mann festgenommen. Am Morgen war zudem ein 15-Jähriger festgenommen worden, der mit dem möglichen Täter in Verbindung gestanden haben könnte.
"Das waren aber sehr wahrscheinlich, immer noch vorsichtig gesagt, nicht diejenigen, die wir wirklich verdächtigen", sagte Reul mit Blick auf die beiden Festnahmen. Auch der nun festgenommene Tatverdächtige habe seiner Kenntnis nach in der Flüchtlingsunterkunft gewohnt. Er werde nun vernommen "und es wird alles Weitere geklärt", sagte Reul.
Nach Informationen des Magazins "Spiegel" und der "Bild" hatte sich der Tatverdächtige einer Polizeistreife gestellt. Den Berichten zufolge handelt es sich um einen 26-jährigen Syrer, der Ende 2022 nach Deutschland gekommen war. Er habe Asyl beantragt und den eingeschränkten sogenannten subsidiären Schutzstatus erhalten. Den Sicherheitsbehörden war er nach Informationen des "Spiegel" bislang nicht als islamistischer Extremist bekannt. Die Polizei und das nordrhein-westfälische Innenministerium äußerten sich auf Anfrage zunächst nicht zu den Berichten.
Der Täter hatte am Freitagabend auf einem Stadtfest in Solingen auf mehrere Menschen mit einem Messer eingestochen. Drei Menschen wurden getötet - ein 67-Jähriger, ein 56-Jähriger und eine 56-Jährige. Vier Opfer wurden zudem lebensgefährlich, sowie zwei weitere schwer und zwei leicht verletzt.
Die Tat löste bundesweit Entsetzen aus. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) von einem "Akt des Terrors". Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) bezeichnete den Anschlag als "schreckliches Ereignis". Er sei "sehr bestürzt", schrieb Scholz im Online-Dienst X. Der Täter müsse "rasch gefasst und mit der vollen Härte des Gesetzes bestraft werden."
Die Ermittler schließen einen Terrorhintergrund nicht aus. "Wir gehen nach den Gesamtumständen davon aus, dass der Anfangsverdacht einer terroristisch motivierten Tat nicht ausgeschlossen werden kann", sagte der Oberstaatsanwalt in Düsseldorf, Markus Caspers, am Samstagnachmittag bei einer Presskonferenz in Wuppertal.
Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) beanspruchte die Messerattacke für sich. Ein "Soldat" des IS habe den Angriff "auf eine Versammlung von Christen in der Stadt Solingen in Deutschland" am Freitag verübt, teilte das IS-Propaganda-Organ Amaq im Onlinedienst Telegram mit. Der Angreifer habe damit "Rache" für Muslime in den Palästinensergebieten und anderswo auf der Welt geübt.
Reul sagte zu dem IS-Bekenntnis, dies müsse nun sorgfältig geprüft werden. "Das gibt es immer wieder, diese Bekenntnisse. In der Regel sind die auch durchaus richtig. Aber es kann natürlich auch eine falsche Meldung sein", sagte der CDU-Politiker. "Aber es spricht etwas dafür."
L.AbuTayeh--SF-PST