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Oppositionskandidat Faye offenbar Sieger der Präsidentschaftswahl im Senegal
Im Senegal ist Oppositionskandidat Bassirou Diomanye Faye auf dem besten Weg, der neue Präsident des Landes zu werden. Sein Hauptrivale, der Regierungskandidat Amadou Ba, räumte am Montag seine Niederlage ein. "Mit Blick auf die Tendenz der Ergebnisse der Präsidentenwahl und in Erwartung der offiziellen Verkündung" gratuliere er Faye zu "seinem Sieg in der ersten Runde", hieß es in einer Mitteilung Bas. Auch der amtierende Präsident Macky Sall gratulierte "dem Sieger" Faye.
Ein Regierungssprecher sagte, Ba habe seinen Rivalen persönlich angerufen, um ihm zu gratulieren. Ersten in lokalen Medien und Onlinediensten veröffentlichten Teilergebnissen zufolge lag Faye, der am Montag seinen 44. Geburtstag feierte, deutlich vor dem 62-jährigen Ba. Mit offiziellen Ergebnissen wurde erst im Laufe der Woche gerechnet. Um die Präsidentschaftswahl in der ersten Runde zu gewinnen, müsste einer der Kandidaten die absolute Mehrheit der Stimmen erhalten.
Senegalesische Zeitungen gratulierten Faye am Montag bereits mit Titeln wie "Happy Birthday Herr Präsident". Hunderte Anhänger feierten an Fayes Wahlkampfzentrale. Die als Queen Biz bekannte Sängerin Coumba Diallo sprach von einer "totalen Revolution".
Die meisten der 15 hinter Faye und Ba abgeschlagenen Kandidaten hatten Faye bereits zum Sieg gratuliert. Anta Babacar Ngom, die als einzige Frau kandidiert hatte, schrieb im Online-Netzwerk X von einem "unbestreitbaren Sieg" Fayes.
Bei der Wahl waren 7,3 Millionen Menschen dazu aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Angaben zur Wahlbeteiligung wurden zunächst nicht veröffentlicht, bei der vorherigen Präsidentschaftswahl im Jahr 2019 hatte sie bei 66 Prozent gelegen.
Sollte Faye tatsächlich in den Präsidentenpalast einziehen, wäre dies ein massiver politischer Einschnitt für den Senegal. Faye hatte sich selbst im Wahlkampf als "Kandidat für den Systemwechsel" und als Vertreter eines "linken Panafrikanismus" bezeichnet.
Er versprach unter anderem die Wiederherstellung der nationalen "Souveränität" im Senegal, einen entschlossenen Kampf gegen Korruption und eine gerechtere Verteilung des Wohlstands im Land - sowie die Neuverhandlung von Verträgen über Bergbau und die Nutzung kürzlich entdeckter Erdöl- und Gasvorkommen.
Faye trat anstelle des charismatischen Oppositionsführers Ousmane Sonko an. Der besonders bei jungen Senegalesen beliebte Sonko gründete 2014 die Partei Pastef, deren Vorsitzender er bis zu deren Auflösung durch die Behörden 2023 war. Sonko liefert sich seit 2021 einen Machtkampf mit dem scheidenden Präsidenten Sall. Im vergangenen Juni war der 49-Jährige wegen angeblicher "Verführung der Jugend" zu zwei Jahren Haft verurteilt und im Januar von der Wahl ausgeschlossen worden.
Die Präsidentschaftswahl im Senegal, das lange als Vorbild für Demokratie und Stabilität in Westafrika gegolten hatte, sollte ursprünglich bereits am 25. Februar stattfinden. Dann aber kündigte Präsident Sall an, die Abstimmung auf Ende des Jahres zu verschieben. Diese Ankündigung führte zu massiven Protesten, bei denen vier Menschen getötet wurden. Die Opposition sprach von einem "institutionellen Putsch". Der senegalesische Verfassungsrat erklärte die Verschiebung schließlich für ungültig, am Sonntag erfolgte nun die Wahl.
Um die Demonstranten zu besänftigen, erließ Präsident Sall eine Amnestie. Davon profitierten auch Oppositionsführer Sonko und sein Stellvertreter Faye, der erst zehn Tage vor der Wahl aus der Haft entlassen wurde.
Die Unruhen in den Wochen vor der Wahl waren das jüngste Kapitel in einer Reihe von Gewaltausbrüchen seit 2021, die zum Teil durch die Auseinandersetzung zwischen Sonko und dem Staat ausgelöst wurden.
Auch wirtschaftliche und soziale Spannungen sowie die Befürchtung, Sall könne für eine dritte Amtszeit kandidieren, hatten die Ausschreitungen befeuert, bei denen dutzende Menschen getötet und Hunderte verhaftet wurden. Die Wahl selbst lief laut Wahlbeobachtern jedoch "ruhig, effizient und ordnungsgemäß" ab.
Z.Ramadan--SF-PST