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Zehn Verletzte nach russischem Angriff auf Kiew
Bei einem erneuten russischen Raketenangriff auf die ukrainische Hauptstadt Kiew sind zehn Menschen verletzt worden. Unter ihnen sei ein 16-jähriges Mädchen, teilte Bürgermeister Vitali Klitschko am Montag in Onlinediensten mit. Zwei Menschen würden im Krankenhaus behandelt. Am Vormittag gegen 10.30 Uhr waren mehrere Explosionen und nahezu zeitgleich Luftalarmsirenen in der Stadt zu hören gewesen.
Die Kunstakademie, eine Sporthalle und mehrere Wohnhäuser seien beschädigt worden, teilte die Militärverwaltung mit. Russland habe mit zwei Raketen angegriffen, die von der besetzten Krim-Halbinsel aus abgeschossen worden seien, erklärte der Chef der Militärverwaltung in Kiew, Serhij Popko. Beide Raketen seien von der ukrainischen Armee abgefangen worden, der Schaden sei durch herunterfallende Trümmerteile entstanden.
"Bevor ich irgendwas machen konnte, gab es die erste Explosion", sagte Oksana, eine Einwohnerin von Kiew, der Nachrichtenagentur AFP. "Es gab eine Staubwolke, Autos und Fensterscheiben wurden zerstört", beschrieb sie.
"Wir können es nur wiederholen: die Ukraine braucht mehr Luftabwehrsysteme", erklärte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj. Sein Außenminister Dmytro Kuleba veröffentlichte ein Video von Schulkindern, die zu einem Schutzraum laufen. "Das zeigt, wie dringend die Ukraine mehr Luftabwehr braucht, vor allem Patriot Systeme", schrieb er im Onlinedienst X.
"Die Ukraine braucht jetzt unsere Hilfe, wir dürfen keine Zeit verlieren", betonte die US-Botschafterin in Kiew, Bridget Brink, mit Blick auf das durch die Republikaner im US-Kongress blockierte Hilfspaket in Höhe von 50 Milliarden Euro.
Es war der dritte Luftangriff auf die ukrainische Hauptstadt innerhalb von fünf Tagen. Bei den vorhergehenden Angriffen war die Strom-Infrastruktur beschädigt worden. Mehrere Hunderttausend Menschen wurden von der Stromversorgung abgeschnitten.
Im Süden des Landes griffen Russland und die Ukraine sich in der Nacht zu Montag erneut gegenseitig mit Drohnen an. Bei russischen Angriffen auf die Stadt Mykolajiw im Süden der Ukraine seien elf Menschen verletzt worden, sagte die ukrainische Armeesprecherin Natalija Gumenjuk dem ukrainischen Fernsehen.
Weitere Angriffe habe es in der Region Odessa gegeben, teilte der Gouverneur Oleg Kiper im Onlinedienst Telegram mit. Dabei sei die Stromversorgung getroffen worden, in Teilen der Stadt Odessa sei der Strom ausgefallen, fügte er hinzu.
Auf russischer Seite ist nach ukrainischen Angriffen ein Feuer in einem Elektrizitätswerk in der an die Ukraine grenzenden Region Rostow ausgebrochen, wie der Regionalgouverneur Wassily Golubew im Onlinedienst Telegram mitteilte. Das Werk von Nowotscherkassk, das etwa 70 Kilometer hinter der Grenze zur Ukraine liegt, zählt zu den wichtigsten im Südwesten Russlands.
Das Feuer sei gelöscht, es habe keine Verletzten gegeben, erklärte der Gouverneur. Die Ursache des Feuers werde untersucht. In der Stadt Rostow befindet sich ein wichtiger russischer Militärstützpunkt.
Die Frontlinie zwischen Russland und der Ukraine ist in weiten Teilen seit etwa einem Jahr eingefroren. Keiner der beiden Seiten gelang ein nennenswerter Durchbruch. In der vergangenen Woche verstärkten die Streitkräfte beider Länder ihre gegenseitigen Luftangriffe.
A.AlHaj--SF-PST