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Meningitiswelle in England: Premier ruft Club-Besucher zu Antibiotika-Behandlung auf
Angesichts einer steigenden Zahl von Meningitis-Fällen und zwei Todesopfern in England hat Premierminister Keir Starmer Besucher einer im Fokus stehenden Diskothek am Mittwoch aufgerufen, sich für eine Behandlung mit Antibiotika zu melden. Alle Infektionsfälle sind laut Gesundheitsminister Wes Streeting auf den Club Chemistry in Canterbury zurückzuführen.
Starmer bat alle, die den Club "am 5., 6. oder 7. März" besucht hatten, sich zu melden, wie er im Parlament in London sagte. Entsprechende Appelle waren zuvor bereits von den Gesundheitsbehörden gekommen. Starmer sagte, derzeit würden enge Kontaktpersonen derjenigen ermittelt, die sich infiziert hatten. Eine 18-jährige Schülerin und ein 21 Jahre alter Student waren gestorben. Laut Starmer liegen weitere Infizierte schwer erkrankt im Krankenhaus.
Nach Angaben der Gesundheitsbehörde UKHSA vom Mittwoch stieg die Zahl der Infizierten binnen 24 Stunden von 15 auf 20. Neun Laborfälle seien "bestätigt", 11 weitere Hinweise würden noch untersucht. Die Behörde steht wegen ihrer Informationspolitik in der Kritik. Sie gab die Todesfälle am Sonntag bekannt, zwei Tage nachdem sie über den ersten Infektionsfall informiert worden war.
Bislang legten die Behörden den Schwerpunkt ihrer Maßnahmen auf die University of Kent in Canterbury mit rund 18.000 Studierenden. Einige Studierende zählen zu den Krankenhauspatienten. Als Vorsichtsmaßnahme wurden 700 Dosen Antibiotika an junge Leute ausgegeben, die mit dem Meningitis-Erreger in Kontakt gekommen sein könnten. Zudem soll es ein Impfprogramm geben, das sich laut Behörden zunächst an die auf dem Campus lebenden Studierenden richten soll.
Einer der Infizierten lebt in der Grafschaft Kent, erkrankte aber in London. Angesichts der bevorstehenden Ferien zu Ostern Anfang April gibt es Befürchtungen, dass sich die Krankheitswelle ausbreiten könnte, wenn Studierende in den Ferien nach Hause fahren.
Eine Meningitis kann durch Bakterien oder Viren ausgelöst werden. Meningokokken sind Bakterien, die schwere und in seltenen Fällen lebensbedrohliche Erkrankungen wie eine Hirnhautentzündung (Meningitis) oder eine Blutvergiftung (Sepsis) verursachen können. Die Erreger werden durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen, unter anderem auch durch Küssen oder das gemeinsame Benutzen von E-Zigaretten oder Getränken.
Bei einigen Infektionen in Canterbury wurde den Angaben zufolge die bakterielle Erregergruppe B nachgewiesen, bei der die Sterblichkeitsrate nach Angaben des britischen Gesundheitsdienstes NHS bei etwa zehn Prozent liegt.
Die Gesundheitsbehörde UKHSA untersucht nach eigenen Angaben auch den Fall eines Babys mit bestätigter Meningokokken-B-Infektion. Das Baby wird Medienberichten zufolge in einem Krankenhaus im nahe gelegenen Folkestone behandelt. Dieser Fall steht offenbar nicht mit dem anderen Ausbruch in Verbindung.
J.AbuHassan--SF-PST