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Todesfälle durch Herzkrankheiten: Zahlen in Deutschland für 2023 rückläufig
Die Zahl der Todesfälle durch Herzkrankheiten ist in Deutschland rückläufig. Nach dem am Dienstag in Berlin veröffentlichten Deutschen Herzbericht starben im Jahr 2023 insgesamt 211.152 Menschen an den Folgen von Herzinfarkten oder anderen Herzleiden. 2022 waren es 216.944 Todesfälle infolge von Herzerkrankungen gewesen.
Die meisten Todesfälle verursachen Durchblutungsstörungen durch verengte Herzkranzgefäße, der Fachbegriff dafür ist koronare Herzkrankheit. Daran starben 2023 insgesamt 119.795 Menschen, davon 43.839 Menschen an einem akuten Herzinfarkt. In beiden Fällen sanken die Sterbezahlen im Vergleich zum Vorjahr, auch wegen verbesserter Behandlungsmöglichkeiten und Medikamente sowie Verbesserungen in der Rettungskette.
Der Vizevorstandschef der Deutschen Herzstiftung, Heribert Schunkert, sprach von einem "erfreulichen Trend". Dennoch sei die Sterberate bei der koronaren Herzkrankheit im Vergleich zu europäischen Nachbarländern wie Frankreich oder Dänemark "nach wie vor viel zu hoch".
Auch bei anderen Herzkrankheiten sank die Sterblichkeit demnach, bei Herzschwäche leicht um 0,2 Prozent und bei Herzrhythmusstörungen um 3,2 Prozent. An Herzklappenerkrankungen starben im Jahr 2023 hingegen 2,6 Prozent mehr Menschen als im Vorjahr.
Die chronische Herzschwäche ist in den meisten Fällen das Endstadium von verschiedenen anderen Herzkrankheiten wie der koronaren Herzkrankheit sowie Herzklappenerkrankungen, Herzrhythmusstörungen und angeborenen Herzfehlern.
Vor dem Hintergrund der älter werdenden Bevölkerung erhöhte sich auch die vollstationären Krankenhausaufnahmen aufgrund Herzkrankheiten leicht. 2023 gab es deswegen mehr als 1,6 Millionen Aufnahmen in Kliniken.
Die Deutsche Herzstiftung forderte, die Ursachen der Herzkrankheiten stärker in den Fokus zu nehmen. So seien in Deutschland die Infarktrisikofaktoren, die unbehandelt in Herzkrankheiten wie koronare Herzkrankheit und Herzschwäche münden, enorm verbreitet. Dazu gehörten Bluthochdruck, Diabetes, Rauchen und Übergewicht. Gefährdete Menschen müssten frühzeitiger identifiziert und behandelt werden.
Die höchste Sterberate durch Herzinfarkt findet sich demnach trotz überdurchschnittlicher Kardiologendichte in Berlin mit 71,2 Gestorbenen pro 100.000 Einwohner, es folgen Mecklenburg-Vorpommern mit 66,9, Brandenburg mit 59,4 und Schleswig-Holstein mit 57,9. Die niedrigste Infarktsterberate wies 2023 Hamburg mit 30,6 Gestorbenen pro 100.000 Einwohnern auf.
Als Ursachen führt der Herzbericht regionale Unterschiede bei Faktoren wie Raucheranteil, Erwerbsstatus, Arbeitslosenquote und Häufigkeit von Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck und Diabetes an. Auch Defizite in der Gesundheitskompetenz könnten demnach Teil des Problems sein.
O.Farraj--SF-PST