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Fähre sinkt vor Nordzypern: Mindestens acht Todesopfer
Bei einem Fährunglück vor der Küste Nordzyperns sind mindestens acht Menschen ums Leben gekommen, 17 weitere Insassen werden laut Medienberichten vermisst. Die mit 267 Insassen besetzte Fähre kenterte nach Behördenangaben am Sonntag aus zunächst ungeklärter Ursache und sank. Passagiere berichteten von einer Explosion an Bord. Überlebende klagten über mangelnde Rettungswesten.
"Manche Leute mussten ohne Rettungsring oder -Weste ins Wasser springen. Es war wortwörtlich ein Kampf ums Überleben", sagte der Augenzeuge Efe Mültici dem Fernsehsender CNN Türk. Nach seinen Aussagen drang etwa 25 Minuten nach der Abfahrt vom nordzyprischen Hafen Kyrenia Wasser ins Schiff ein, ohne dass die Besatzung reagiert habe.
Das Schiff kenterte zunächst und sank mehrere Stunden später, wie der nordzyrpische Verkehrsminister Erhan Arikli berichtete. Der Fahrtenschreiber der Fähre solle ausgewertet werden, um die Unglücksursache zu ermitteln. Möglicherweise sei das Schiff mit einem "Objekt" im Wasser zusammengestoßen, sagte Arikli.
Der Kapitän der Fähre und sieben Besatzungsmitglieder wurden nach Angaben des nordzyprischen Regierungschefs Ünal Üstel festgenommen.
Fernsehbilder zeigten das gekenterte Schiff und zahlreiche Passagiere in Schwimmwesten auf dem Rumpf. Ein Überlebender berichtete örtlichen Fernsehsendern, am Bug der Fähre habe es eine Explosion gegeben, die Fensterscheiben seien geborsten. Daraufhin habe die Fähre versucht zu wenden, bevor sie gekentert sei. Zahlreiche Menschen hätten sich zu dem Zeitpunkt im Schiffsinneren befunden. Der Passagier warf dem Kapitän der Fähre vor, er sei als erster ins Wasser gesprungen, "ohne irgendetwas zu organisieren".
Ein weiterer Augenzeuge sprach ebenfalls von einer Explosion. Er habe den Kapitän informiert, dass Wasser ins Schiff eindrang. "Die Stühle haben angefangen herumzuschwimmen, der Kapitän ist weitergefahren, und der Bug ist explodiert", schilderte er.
Zypern ist seit 1974 geteilt. Die Türkei ist der einzige Staat, der die 1983 ausgerufene Türkische Republik Nordzypern anerkennt. Die griechischsprachige Republik Zypern im südlichen Teil der Insel ist seit 2004 EU-Mitglied.
Der türkische Vizepräsident Cevdet Yilmaz erklärte im Onlinedienst X: "Wir leisten jede erforderliche Unterstützung bei den Such- und Rettungsmaßnahmen."
S.Abdullah--SF-PST