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Schwere Schäden und Panik durch Doppel-Erdbeben in Venezuela - Notstand ausgerufen
Venezuela ist innerhalb von einer Minute von zwei heftigen Erdbeben erschüttert worden, die Häuser zum Einstürzen brachten und vielerorts Panik auslösten. Unter anderem wurde der internationale Flughafen von Caracas so schwer beschädigt, dass er geschlossen werden musste. Präsidentin Delcy Rodríguez rief wegen des Doppel-Bebens am Mittwochabend (Ortszeit) den Notstand aus. Behördenangaben zufolge wurden Menschen verletzt, Informationen über mögliche Todesopfer lagen zunächst nicht vor.
Der erste Erdstoß hatte nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS die Stärke 7,2. Sein Epizentrum lag gut 20 Kilometer westlich der Küstenstadt Morón. Nur 39 Sekunden später ereignete sich in rund 45 Kilometer Entfernung ein zweites Beben - dieses war sogar noch heftiger und hatte die Stärke 7,5. Anschließend wurden noch 20 Nachbeben registriert, wie Präsidentin Rodríguez in einer Fernsehansprache mitteilte.
Die Erdstöße versetzten die Menschen im ganzen Land in Panik. Korrespondenten der Nachrichtenagentur AFP berichteten aus der Hauptstadt Caracas von aus ihren Häusern fliehenden Bewohnern. Es kam zu massiven Sachschäden. "Die Treppe brach weg, die ganze Wand bekam Risse. Dinge fielen von der Decke", berichtete die 54-jährige Bankangestellte Odalis Escalona. "Es war einfach schrecklich."
Im Stadtteil Altamira wurde ein 22-stöckiges Hochhaus nahezu völlig zerstört. Auf der Straße standen laut dem Bericht eines AFP-Korrespondenten verzweifelte Menschen, die nach Angehörigen riefen. Helfer arbeiteten sich durch die Trümmer und suchten nach möglichen Verschütteten. Auch andernorts rannten viele Menschen in Panik aus ihren Häusern - und harrten anschließend aus Angst vor Nachbeben auf der Straße aus.
Auch am internationalen Flughafen von Caracas im nahe der Hauptstadt gelegenen Maiquetía kam es nach Angaben von Rodríguez zu "schweren Beschädigungen der Infrastruktur". Er musste geschlossen werden.
Auswirkungen des Doppel-Bebens waren auch in Kolumbiens Hauptstadt Bogotá zu spüren, die rund tausend Kilometer Luftlinie vom Epizentrum entfernt liegt. Wegen der Erschütterungen rannten auch in Bogotá Menschen auf die Straße, Alarmsirenen heulten.
In Venezuela leben rund 80 Prozent der Menschen in erdbebenbedrohten Gebieten, starke Beben sind jedoch selten. 1997 kam es zuletzt zu einem Beben mit verheerenden Folgen, als im östlichen Bundesstaat Sucre 73 Menschen ums Leben kamen. 1976 wurden fast 300 Menschen getötet und 2000 verletzt, als ein Beben Caracas erschütterte.
L.Hussein--SF-PST