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Feuerwehr: Brand in koscherem Supermarkt im Norden Londons "nicht verdächtig"
In einem großen koscheren Supermarkt im Londoner Stadtteil Golders Green ist am Mittwoch ein Feuer ausgebrochen. Die Umstände seien "nicht verdächtig", teilte die Feuerwehr am Mittag mit. In dem jüdisch geprägten Stadtteil im Norden hatte es zuletzt eine Reihe von Brandanschlägen gegen jüdische Einrichtungen gegeben.
"Unsere auf Brände spezialisierten Ermittler haben in Zusammenarbeit mit der Polizei unermüdlich gearbeitet und können zum jetzigen Zeitpunkt feststellen, dass die Umstände des Feuers nicht verdächtig erscheinen", sagte Craig Carter von der Londoner Feuerwehr vor Journalisten am Brandort. Es gebe keine Verletzten. Die Ermittlungen zur Brandursache dauerten an. Die Polizei erklärte, "ein Elektrizitätsproblem" könnte das Feuer ausgelöst haben.
Die Feuerwehr hatte zunächst einen Brand "in einem Geschäft im Erdgeschoss und in einem Lagerraum hinter dem Geschäft" bestätigt, ohne nähere Angaben zu machen. Anwohner und örtliche Medien berichteten, dass das Feuer in dem jüdischen Supermarkt mit dem Namen "Kosher Kingdom" ausgebrochen sei. Über dem von der Polizei abgeriegelten Brandort war schwarzer Rauch zu sehen.
Der Feuerwehr zufolge waren 15 Löschfahrzeuge und rund 100 Brandschützer im Einsatz. Mithilfe von Drohnen überwachte die Feuerwehr den Brand aus der Luft. Wegen der starken Rauchentwicklung rief die Feuerwehr die Menschen auf, das Gebiet zu meiden.
Der Supermarktmitarbeiter Bohdan Barylko befand sich im Gebäude, als das Feuer gegen 06.00 Uhr Ortszeit ausbrach. "Wir haben etwas Rauch an der Decke gesehen", sagte er der Nachrichtenagentur AFP. Er habe sofort den Rettungsdienst gerufen. Es handele sich "vermutlich um einen Schmorbrand", sagte er.
Der 70-jährige Supermarktangestellte Jay Shah, der in der Obst- und Gemüseabteilung arbeitet, sagte der AFP, er sei telefonisch über den Brand informiert worden. "Ich glaube, es kam aus dem Lager im hinteren Teil", sagte er. Dort befänden sich Gefrierkammern, Kühlschränke und Geräte.
Auf der Webseite des Supermarktes wird "Kosher Kingdom" als "der größte koschere Supermarkt in Europa" bezeichnet, der eine Fläche von rund 7000 Quadratmetern habe. Demnach zählt er wöchentlich mehr als 9500 Kundinnen und Kunden.
Im Stadtteil Golders Green, in dem viele Juden leben, wurde in den vergangenen Monaten eine Serie von Angriffen auf jüdische und israelische Einrichtungen verübt. In den meisten Fällen handelte es sich um Brandanschläge oder versuchte Brandanschläge. Ende April wurden dort bei einem Angriff zwei jüdische Männer mit einem Messer verletzt. Die Anti-Terror-Polizei übernahm die Ermittlungen. Am Tatort wurde ein 45 Jahre alter Mann festgenommen.
Nach Angaben der Organisation SITE Intelligence Group bekannte sich die bislang wenig bekannte, pro-iranische Gruppe Harakat Ashab al-Yamin al-Islamiya (Hayi) zu fast allen Angriffen. Die Londoner Polizei schuf daraufhin ein Spezialteam zum Schutz der jüdischen Bevölkerung in der Hauptstadt, dem zunächst hundert zusätzliche Beamten angehören. Die Maßnahme umfasse bürgernahe Polizeikontrollen sowie "spezialisierte Schutz- und Anti-Terror-Kapazitäten", teilte die Polizei mit.
Ein Polizeisprecher teilte am Mittwoch mit, Beamte seien vor Ort, um die Feuerwehr mit Straßensperrungen und Evakuierungen zu unterstützen. Die 58-jährige Rentnerin Nicky stand hinter den Absperrungen und beobachtete die Löscharbeiten. "Es ist erschreckend", sagte sie AFP. "Das ist ein großer koscherer Supermarkt für die Bevölkerung. Es ist wirklich furchtbar."
Neben dem Feuer in Golders Green meldete die Londoner Feuerwehr am Mittwoch einen weiteren Brand in einem Lager im nahegelegenen Stadtviertel Neasden. Die britische Hauptstadt sowie die übrigen Regionen Großbritanniens leiden derzeit unter einer starken Hitzewelle.
S.Abdullah--SF-PST