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Angreifer töten 15 Menschen bei Anschlag auf jüdisches Lichterfest in Sydney
Zwei Angreifer haben bei einem Anschlag auf eine Feier zum Auftakt des jüdischen Lichterfests Chanukka in Sydney nach jüngsten Angaben 15 Menschen getötet. Mindestens 40 Menschen seien bei dem Schusswaffenangriff am Sonntag zudem verletzt worden, teilte die Polizei am Montagmorgen (Ortszeit) mit. Einer der Täter wurde demnach erschossen. Die australischen Behörden stuften den Angriff am berühmten Bondi Beach als antisemitischen "Terrorangriff" ein. Auch international löste der Angriff Entsetzen aus. US-Präsident Donald Trump verurteilte ihn als "rein antisemitischen Anschlag".
Der Angriff ereignete sich am Sonntagabend (Ortszeit) zu Beginn von Chanukka. Laut der Polizei hatten sich an dem beliebten Strand im Osten Sydneys, bei der unter freiem Himmel die erste Kerze des achttägigen Lichterfests angezündet werden sollte, mehr als tausend Menschen versammelt.
Zunächst hatte die Polizei elf Todesopfer gemeldet. Einer der mutmaßlichen Angreifer wurde von der Polizei getötet, der zweite lebensgefährlich verletzt. In einem Auto, das die Beamten mit dem getöteten Angreifer in Verbindung brachten, wurde ein selbstgebauter Sprengsatz gefunden.
Unter den Todesopfern war nach Angaben aus Paris auch ein Franzose. "Mit großer Trauer haben wir erfahren, dass unser Landsmann Dan Elkayam zu den Opfern des abscheulichen Terroranschlags gehört, der am ersten Tag von Chanukka auf jüdische Familien am Bondi Beach in Sydney verübt wurde", erklärte Frankreichs Außenminister Jean-Noël Barrot im Onlinedienst X.
Der Angriff am ersten Tag von Chanukka sei gegen Jüdinnen und Juden gerichtet gewesen, sagte Australiens Premierminister Anthony Albanese. Der Beginn des Lichterfestes sollte "ein Tag der Freude, eine Feier des Glaubens" sein. Stattdessen sei "das Herz unserer Nation" von einem bösartigen, antisemitischen Terrorangriff getroffen worden.
US-Präsident Trump verurteilte den Angriff scharf. "Das war ein furchtbarer Anschlag", sagte er am Sonntag bei einer Weihnachtsfeier im Weißen Haus. "Und es war ganz offensichtlich ein antisemitischer Anschlag."
Auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zeigte sich bestürzt. "Der antisemitische Anschlag am Bondi Beach zu Chanukka lässt mich fassungslos zurück", schrieb der Kanzler auf X. "Dies ist ein Angriff auf unsere gemeinsamen Werte. Diesem Antisemitismus müssen wir Einhalt gebieten - hier in Deutschland und weltweit."
Der britische Premierminister Keir Starmer sprach von einem "widerlichen antisemitischen Terroranschlag". EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen schrieb auf X: "Europa steht Australien und der jüdischen Gemeinschaft überall bei. Wir stehen gemeinsam gegen Gewalt, Antisemitismus und Hass ein." Die palästinensische Autonomiebehörde erklärte, sie lehne "jede Form von Gewalt, Terrorismus und Extremismus entschieden ab, die im Widerspruch zu humanitären Werten stehen".
UN-Generalsekretär António Guterres äußerte sich bei X "entsetzt" über den "abscheulichen tödlichen Angriff". "Mein Herz ist an diesem ersten Tag von Chanukka, einem Fest, das das Wunder des Friedens und des Lichts feiert, das die Dunkelheit besiegt, bei der jüdischen Gemeinschaft weltweit."
Israels Außenminister Gideon Saar forderte Australien indes auf, gegen den "Anstieg des Antisemitismus" in dem Land vorzugehen,der seit dem Hamas-Großangriff auf Israel vom 7. Oktober 2023 zu beobachten sei. In einem Telefonat mit seiner australischen Kollegin Penny Wong habe er gefordert, dass die australische Regierung entschlossen gegen "antisemitischen Parolen" vorgehen müsse, schrieb Saar auf X.
Ähnlich äußerte sich Israels Staatschef Isaac Herzog. Auch er sprach bei einer Rede am Sonntag von einer "enormen Welle des Antisemitismus in der australischen Gesellschaft".
Israels Regierungschef Netanjahu erinnerte in diesem Zusammenhang an einen Brief, den er Albanese im August geschrieben habe. Darin habe er ihn davor gewarnt, dass seine Politik "Öl ins Feuer des Antisemitismus gießt", sagte Netanjahu bei einer im Fernsehen übertragenen Rede am Sonntag. "Antisemitismus verbreitet sich, wenn Politiker schweigen", fügte er hinzu.
Netanjahu nahm mit seiner Kritik Bezug auf Australiens Anerkennung eines palästinensischen Staates. Canberra war damit weiteren westlichen Staaten gefolgt, die vor dem Hintergrund des Gaza-Kriegs zwischen Israel und der radikalislamischen Hamas auf eine Zweistaatenlösung pochen.
Der Leiter des Verbands der australischen Juden, Robert Gregory, machte seiner Regierung ebenfalls schwere Vorwürfe. Der Angriff von Bondi Beach sei eine "absolut vorhersehbare" Tragödie gewesen. "Die Albanese-Regierung wurde so oft gewarnt, hat aber nie angemessene Schritte unternommen, um die jüdische Gemeinschaft zu schützen", sagte Gregory der Nachrichtenagentur AFP.
Seit dem Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023 und dem dadurch ausgelösten Gaza-Krieg wurde Australien immer wieder von antisemitischer Gewalt erschüttert. Unter anderem wurde im Oktober 2024 ein Brandanschlag auf ein koscheres Café in Sydneys Vorort Bondi verübt, vor einem Jahr wurde eine Synagoge in Melbourne Ziel eines Brandanschlags. Canberra beschuldigte in beiden Fällen den Iran, dafür verantwortlich zu sein. Teheran wies die Anschuldigungen zurück.
X.AbuJaber--SF-PST