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Erneut Großfeuer nahe Los Angeles ausgebrochen
Nahe der US-Metropole Los Angeles ist erneut ein schwerer Waldbrand ausgebrochen, zehntausende Menschen sind auf der Flucht. Die Flammen breiteten sich am Mittwoch (Ortszeit) innerhalb weniger Stunden über mehr als 3800 Hektar Fläche in den Hügeln nahe dem Castaic Lake nördlich von Los Angeles aus. Starker Wind fachte das Feuer an und trieb Rauch und Funken vor sich her. Derweil verkündete US-Präsident Donald Trump Überlegungen, die staatliche Katastrophenschutzbehörde Fema zu zerschlagen.
Die Behörden forderten 31.000 Menschen rund um den etwa 56 Kilometer nördlich von LA gelegenen See auf, das Gebiet zu verlassen. "Ich bete nur, dass unser Haus nicht abbrennt", sagte ein Mann dem Sender KTLA, während er sein Auto packte. Auch 500 Insassen eines Gefängnisses in Castaic mussten evakuiert und in andere Haftanstalten verlegt werden.
Rund 4000 Feuerwehrleute kämpften mit Unterstützung durch Löschflugzeuge und Hubschrauber sowie Bulldozern gegen das "Hughes Fire". Der Brand sei "schwierig zu bekämpfen" und die Lage sei weiter "dynamisch", sagte Bezirks-Feuerwehrchef Anthony Marrone bei einer Pressekonferenz am Abend.
"Wir haben die Winde, wir haben die niedrige Luftfeuchtigkeit" und das Gebüsch sei völlig ausgetrocknet, sagte Brent Pascua von der kalifornischen Forst- und Waldbrandbekämpfungsbehörde Cal Fire. "Das alles zusammen führt dazu, dass sich dieses Feuer extrem schnell ausbreitet."
US-Präsident Trump äußerte derweil in einem Fernsehinterview Überlegungen, die staatliche Katastrophenhilfe einzustellen und es den Bundesstaaten zu überlassen, mit Notlagen fertigzuwerden. Unter seinem Vorgänger Joe Biden habe die Katastrophenschutzbehörde Fema in den vergangenen vier Jahren schlecht gearbeitet, behauptete er in dem Gespräch mit Fox News. Die Behörde werde bald "ein ganz großes Thema sein, denn mir wäre es lieber, wenn sich die Bundesstaaten selbst um ihre Probleme kümmern würden".
Trump wiederholte zudem seine bereits in der Vergangenheit gemachte Falschbehauptung, die kalifornische Regierung leite Wasser von der Brandregion nahe Los Angeles fort, und drohte mit der Blockade von Bundesmitteln: "Ich glaube nicht, dass wir Kalifornien irgendetwas geben sollten, bis sie das Wasser durch ihr System laufen lassen", sagte er in dem Fox News-Interview. Für Freitag hat Trump einen Besuch in der Brandregion angekündigt.
Rund um die südkalifornische Millionenstadt Los Angeles waren vor fast zwei Wochen mehrere große Brände ausgebrochen, die durch starken Wind angefacht wurden und sich explosionsartig ausbreiteten. 27 Menschen kamen ums Leben, tausende Gebäude brannten nieder.
Experten sind sich weitgehend einig darüber, dass der Klimawandel das Risiko von Extremwetterereignissen und deren Ausmaß massiv erhöht. Normalerweise regnet es im Januar in Südkalifornien, doch die Region hat bereits seit acht Monaten keinen nennenswerten Niederschlag mehr erlebt.
E.AbuRizq--SF-PST