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Erfinder von Notrufnummern ist tot - Siegfried Steiger wurde 92 Jahre alt
Der Erfinder der Notrufnummern und der Notrufsäulen an Straßen, Siegfried Steiger, ist tot. Er sei am Donnerstagabend im Alter von 92 Jahren gestorben, teilte die von ihm und seiner Frau Ute gegründete Björn-Steiger-Stiftung am Freitag in Winnenden mit. "Vieles, was heute im Rettungswesen selbstverständlich erscheint, ist durch sein Engagement und die Stiftung angestoßen und vorangetrieben geworden", würdigte der Vorsitzende des Präsidialrats der Stiftung, Jürgen Gramke, Steigers Wirken.
Das Ehepaar Steiger hatte die Stiftung im Jahr 1969 gegründet, nachdem der achtjährige Sohn Björn nach einem Verkehrsunfall gestorben war. Der Krankenwagen war erst nach einer Stunde gekommen. Ziel der Stiftung war es, das Rettungswesen zu verbessern.
Die Steigers sammelten Geld und schickten einen Brandbrief an alle Innenminister. Sie setzten unter anderem die Initiierung der bundesweiten Notrufnummern 110 und 112 und den Aufbau von Notruftelefonen an deutschen Straßen durch, wie die Stiftung erklärte. Auch am Aufbau der Luftrettung, an der Verbreitung von Defibrillatoren für Laien gegen den Herztod und dem 24-Stunden-Notarztsystem waren sie demnach beteiligt.
Ute und Siegfried Steiger wurden in der späteren DDR geboren und flohen in den 50er Jahren nach Westdeutschland. Im baden-württembergischen Winnenden bauten sie ein Architekturbüro auf. Ute Steiger starb erst Anfang des Monats.
"Die Arbeit der Stiftung hat viele Menschenleben gerettet", erklärte der frühere EU-Kommissar Günther Oettinger (CDU), der Mitglied des Präsidialrats der Björn-Steiger-Stiftung ist. Das Ehepaar Steiger erhielt zahlreiche Ehrungen, unter anderem wurde es mit dem "EU-Outstanding Citizen Award" für die erste flächendeckende Einführung der Notrufnummer 112 geehrt.
Z.AlNajjar--SF-PST