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Angehörige von Opfern demonstrieren zu Jahrestag von Hafen-Katastrophe in Beirut
Zum dritten Jahrestag der verheerenden Explosion im Hafen von Beirut haben mehrere hundert Menschen Aufklärung und eine Verurteilung der Verantwortlichen gefordert. Unter den Demonstranten in der libanesischen Hauptstadt am Freitag waren auch viele Angehörige der mehr als 200 Todesopfer der Katastrophe. Sie hielten Plakate mit Fotos der Getöteten nach oben und skandierten "Wir werden nicht vergessen".
Bei der Explosion von hunderten Tonnen fahrlässig im Hafen gelagerten Ammoniumnitrats waren am 4. August 2020 ganze Stadtteile Beiruts dem Erdboden gleichgemacht worden. Mehr als 200 Menschen starben, 6500 weitere wurden verletzt und rund 300.000 wurden obdachlos. Die Justiz geht seitdem nur äußerst zögernd gegen mutmaßliche Verdächtige vor, es wurde noch niemand verurteilt.
Angesichts der schleppenden Aufarbeitung der Katastrophe hatten am Donnerstag 300 Organisationen und Persönlichkeiten, unter ihnen Human Rights Watch (HRW) und Amnesty International, die Vereinten Nationen erneut aufgefordert, eine unabhängige Untersuchungskommission ins Leben zu rufen. Eine solche UN-gestützte Untersuchung wurde bisher von den libanesischen Behörden stets abgelehnt.
T.Khatib--SF-PST