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Mindestens neun Tote bei Protesten nach Urteil gegen Oppositionsführer im Senegal
Bei gewaltsamen Zusammenstößen nach dem Gefängnisurteil gegen den senegalesischen Oppositionsführer und Präsidentschaftskandidaten Ousmane Sonko sind mindestens neun Menschen ums Leben gekommen. Der Gewalt seien in den Städten Dakar und Ziguinchor neun Menschen zum Opfer gefallen, sagte Innenminister Antoine Diome in der Nacht zum Freitag im Staatsfernsehen. Laut Diome wurde der Zugang zu Online-Netzwerken wie Facebook, Whatsapp und Twitter gekappt, nachdem dort "Hass-Botschaften" verbreitet worden seien.
Sonko war am Donnerstag wegen eines angeblichen Sexualdelikts zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das Urteil stellt Sonkos Bewerbung um das Präsidentenamt in Frage. Sonko bestreitet alle Vorwürfe und hält das Vorgehen der Justiz für politisch motiviert.
Bei der Präsidentschaftswahl 2019 war Sonko an dritter Stelle gelandet. Bis zu seiner Verurteilung galt er als wichtigster Herausforderer von Staatschef Macky Sall bei der Wahl im kommenden Jahr.
Nach der Verkündung des Urteils bewarfen Demonstranten in Dakar Polizisten mit Steinen, die Polizei setzte Tränengas ein. Autos sowie Universitätsgebäude und die wichtigste Journalistenschule des Landes in Brand gesetzt und geplündert. Auch aus weiteren Städten wurden Zusammenstöße gemeldet.
H.Jarrar--SF-PST